Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Literarische Vereinigung Signatur

Angelika Banzhaf

Vogelherdbogen 29
88069 Tettnang

Telefon (07542) 95 33 00
Mobiltelefon (0171) 78 52 061

E-Mail E-Mail:
Homepage: www.signatur-literatur.de


Aktuelle Meldungen

Autoren und Besucher spenden für „Deutschland hilft“

(04.08.2021)

Autoren und Besucher spenden für „Deutschland hilft“

Leseabend in einer Vollmondnacht am Tettnanger Schloss bringt 189 Euro für Flutopfer

Der Artikel ist am 4.8.2021 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang mit einem anderen Foto erschienen. Das Gruppenfoto ist vor der Lesung entstanden.

 

Tettnang  (sz) - Die Autorengruppe „Texte am Abend“ (Literarische Vereinigung Signatur Tettnang e.V.) hat mit den Gästen ihrer zweiten Sommerlesung am Tettnanger Schloss 189 Euro für Flutopfer eingespielt.

Zuerst aber banden die Autoren eigene Texte und Poesie zu einem bunten Sommerstrauß. Die Aussichtsterrasse auf der Schlossrückseite und einem aufgehenden Vollmond zum Ende des kurzweiligen rund zweistündigen Leseabends bot dafür das perfekte Ambiente. Helga R. Müller, die diese Aufgabe für ihre Autorengruppe übernommen hatte, begrüßte zahlreiche Gäste und acht Autoren aus Tettnang und dem Umland. Um die Autoren vorzustellen, schlug sie über Herkunft und Werdegang der Schreibenden einen mit sommerlich launigen Erklärungen versehenen Bogen.

Der Weingartner Lyriker Ottmar Meschenmoser eröffnete den Reigen mit drei melancholischen Stücken, bevor er mit „Sommerzeit am See“ die Stimmungslage drastisch veränderte. Beim launigen Reimen ging es nun um einen stressbehafteten Badetag am Bodensee. In seinen Versen schien sich manch gutgelaunter Besucher wiederzuerkennen.

Bianca M. Schenk aus Lindau wechselte zwischen zwei Minutengedichten zu einer Fantasiegeschichte und beendete ihre Lesezeit mit einem Gedicht, an die Schreibweise von Heinz Erhardt angelehnt. Bei der „Braut die sich nicht traute“ waren die Lacher in den Reihen bei dieser witzigen Parodie unüberhörbar.

Diemut M. Bek aus Nieratz bei Wangen las drei Kurzerzählungen über Menschen in den Fänger der Welt und der Umwelt. Danach nahm sie die Zuhörer mit „Sunset Boulevard“ in eine düstere Zukunftsvision mit, die mit der Angst vor dem Alter spielte.

Dorothea Neukirchen aus Friedrichshafen überraschte die Besucher mit einer ausgezeichneten Geschichte aus ihrem Kurzgeschichtenbuch. Gelungen auch die Überleitung zur zeitgemäßen Geschichte „Luise und der Fortschritt“, in der die Protagonistin über die Abschaffung alter Technologien sinniert.

Im Corona-Lockdown gingen nicht nur die Lichter in den Geschäften, sondern oft auch die Ideen für neue Texte aus. Die Tettnangerin Rita Schade füllte diese besonders stille Zeit mit Pinselschwüngen. Die ausgestellten Bilder an der Schlossmauer werteten die Lesung farblich auf und fanden ebenfalls Anklang bei den Gästen. Marion Pesce aus Tettnang resümierte dann eine Alltagsgeschichte. In der Perspektive eines Teenagers betrachtete sie den Badetag mit nervigen kleineren Geschwistern. Im zweiten Text erweckte sie mit „Gartensommer“ den Garten zum Leben. Frei nach dem Motto - Hurra mein Garten lebt.

Die Fränkin Rita Schade aus Tettnang formulierte verschiedene Situationen, die ihr in ihrem langjährigen Fotografenalltag begegnet sind. Der Schlosshof war von Gelächter erfüllt, wie sie vom „Hund Wuzerl“ erzählte und wie schwierig es ihr als Anfängerin fiel, das „Hundsvieh“ richtig vor die Linse zu bekommen. Oder von der alten Dame, die sich für „Passbilder“ auch unten herum perfekt anzog. Margrit Wolf aus Tettnang führte die Zuhörer in eine Lebensgeschichte. In „Das rote Ungetüm“ erzählt eine vernachlässigte Frau, während dem Warten am Kofferband, von ihrem Leben, von ihrem Mann und der Rolle des Uraltkoffers. Dabei konnte man alles nachvollziehen und die Pointe freute selbst die selbstständigen Frauen von heute. Das zweite Lesestück verführte die Anwesenden mit der Magie der irischen Landschaft.

Helga R. Müller aus Tettnang beendete die Leserunde mit einem zur abendlichen Situation passenden „Vollmondmärchen“. Mit einer märchenhafte Stimmungslage über die Liebe des Monds und seinen Anstrengungen bot sie den Besuchern einen ruhigen Ausklang. Ein zauberhafter Moment, der mit dem aufgehen des Vollmonds im Rücken der Lesenden für die perfekte Wirkung sorgte.

 

Foto zur Meldung: Autoren und Besucher spenden für „Deutschland hilft“
Foto: Teilnehmer der Sommerlesung (von links, hinten) Marion Pesce, Diemut M. Bek, Ottmar Meschenmoser, Bianca M. Schenk, Helga Müller. Vorne, von links: Rita Schade, Margrit Wolf und Dorothea Neukirchen. Foto: Signatur e.V.

Lorenz Göser nicht mehr in Signatur-Jury

(18.03.2020)

Erschienen am 18.3.2020 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Tettnang (sz) -  Nach fast 20 Jahren Jurytätigkeit ist Lorenz Göser bei der Hauptversammlung des literarischen Vereins Signatur aus der Jury ausgeschieden und in den Beirat gewechselt. Neu in die Jury gewählt worden sind Judith Tinnacher und Monika Moser. Hajo Fickus, Monika Schüler und Sigrid Hülsen-Schubert wurden als Jurymitglieder ebenso wiedergewählt wie Kassierin Anita Wilhelm.

Insgesamt 1400 Texte, teilweise bis zu zehn Seiten lang, hat Göser während seiner Amtszeit gelesen und bewertet sowie bei fünf Signatur-Buchherausgaben mitgewirkt. „Du hast, gemeinsam mit deinen Jurykollegen, acht Förderpreise geschultert“, lobte Vorsitzende Angelika Banzhaf das große Engagement des Kressbronners.

Auch die zweite Vorsitzende Ingrid Koch hob die vielschichtigen Leistungen Gösers hervor, als Weggefährtin der ersten Stunde widmete sie ihm ein kleines Abschiedsgedicht und meinte darin unter anderem: „I wüsst it, dass Du jemôls flach/ oder ausfallend gwese wärsch,/ noi, du erläutersch und erklärsch/ diaf aus Deim Herze: Mir gôhts nur/ um Litratur, um Litratur.“

Hajo Fickus bedauerte, auch im Namen seiner Kollegen, das Ausscheiden Gösers aus der Jury. „Lorenz war immer auch neugierig auf andere Meinungen und bereit, seine eigene Meinung ein Stück weit zu revidieren“, umschrieb er das positive Miteinander.

Nach der Wiederwahl von Fickus, Schüler und Hülsen-Schubert sowie der Neuwahl von Tinnacher und Moser besteht die Jury nun aus fünf Personen. „Ich freue mich riesig auf meine neue Arbeit und die Einsendungen des Förderpreises“, sagte Judith Tinnacher.

Monika Moser sieht in ihrem Amt ebenfalls eine spannende und interessante Tätigkeit, „die ich sehr gerne und neugierig angehen werde“, so die Neugewählte. „Nachdem wir mit der Bekanntmachung unseres neunten, mit 1000 Euro dotierten Förderpreises zum Thema „Zum Glück“ gestartet, sind, liegt unser Fokus heuer auf der Vergabe des Preises, der am 20. Oktober in der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang vergeben wird“, schaute die Vorsitzende auf das Jahr 2020.

Zuvor stünden indes einige Termine ins Haus, zu denen die monatlichen Autorentreffen „Texte am Abend“ und eine Sommerlesung im Dorftreff in Hiltensweiler gehören würden. Interessant dürfte auch die Teilnahme bei den Baden-Württembergischen Literaturtagen in Wangen im Allgäu werden, bei denen, dank der Initiative von Mitglied Diemut Bek, Signatur im Oktober und November vertreten sei.

Zu stemmen seien diese, teils kostenintensiven, Veranstaltungen nur durch einen guten Finanzhaushalt. „Wir sind deshalb sehr dankbar, dass wir mit Kassierin Anita Wilhelm eine überaus korrekte und fleißige Frau an unserer Seite haben“, lobte Angelika Banzhaf, gemeinsam mit den Kassenprüfern, die gut geführten Konten der ebenfalls Wiedergewählten.

Kurze Berichte über die Tätigkeiten von Jury und Beirat gaben Hajo Fickus und Wolfgang Mach, Otmar Meschenmoser erzählte von den monatlichen Autorentreffen „Texte am Abend“. Bei diesen übernimmt jeweils ein Mitglied der Gruppe die Moderation samt Themenauswahl. „Durch eure Initiative bringt ihr Texte ans Licht“, hob Göser die Aktivitäten des Teams anerkennend hervor.

Foto zur Meldung: Lorenz Göser nicht mehr in Signatur-Jury
Foto: Neu bei Signatur und wiedergewählt: Hintere Reihe (von links) Anita Wilhelm (Kassierin), Ingrid Koch (2. Vorsitzende), Judith Tinnacher Monika Schüler, Hajo Fickus (alle Jury), Angelika Banzhaf (Vorsitzende). Vordere Reihe (von links) Lorenz Göser (Beirat) und Monika Moser (Jury). (Foto: Wolfgang Mach)

Wenn Bratäpfel im Backrohr dampfen und ein sprechender Plüschhase verwirrt

(27.12.2019)

Signaturautoren lesen Weihnachtliches zwischen Ausstellungskunst

 

 

Erschienen am 27.12.2019 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Von Lorenz L. Göser

 

Kressbronn – Vier Autoren haben am Sonntag in der LÄNDE „Süßer die Worte nie klingen…“ präsentiert, umrahmt von derzeitiger Ausstellungkunst und von jahreszeitlichen Zitherklängen, gezupft von Mali Marschall. Eingeladen zu dieser gut besuchten vorweihnachtlichen Lesung hatte Signatur e. V. aus Tettnang in Kooperation mit der Kulturgemeinschaft Kressbronn.    

 

Als erster Leser trat der für seine Lyrik mehrfach ausgezeichnete Senior der Gruppe, Ottmar Meschenmoser aus Weingarten ans Pult und weckte bei denen, die ihn kennen, sogleich Vorfreude und Spannung auf seine verschmitzten und oft tiefsinnigen Gedichte. Doch leider tut seinem mundartlichen Auftakt „Uff em Weihnachtsmarkt“ die Tontechnik nicht gut, was den Genuss am Erlauschten erschwert. Nach der Pause wird's dann verständlicher, bei den schriftdeutschen „Weihnachtsträumen“ und „… man hört 'in dulce jubilo' / aus Sternenräumen klingen.“

 

Die Meisterfotografin Rita Schade aus Tettnang bezieht den Stoff fürs kreative Schreiben gerne aus ihren fränkischen Kindheitstagen. In der folgenden Lesung werden daraus „Weltstoffe“, indem sie vom Besuch beim benachbarten Schneidermeister Hans erzählt: einfach und doch präzis, so dass die warme, freundliche Atmosphäre aus der Nähstube der 50er-Jahre auf den Zuhörer übergeht, gar sehnsuchtsvolle Erinnerungen weckt und eine „runde“ Stimmung zaubert, die schon adventlich ist, bevor noch „Bratäpfel im Backrohr dampfen“. 

 

Erfrischend klar und ausdrucksvoll hat als dritte dann Roswitha Stumpp, die wir aus der Schwäbischen Zeitung kennen, mit einer Glosse über „Adventskalender“ aufgewartet, hinter deren mittlerweile teuren Türen sich offenbar Präsente für jeden Geschmack verstecken: Außer Lebkuchen auch Beauty-Artikel, Schnapsfläschchen und allerlei mehr. Sogar Hunde können aufs Türchenöffnen dressiert werden. Am 24sten selbst gilt allerdings zunehmend die Parole: „Mir schenket nix“, - was festtäglichen Streit vorprogrammiert.

 

Nach dem Zitherspiel mit traditionellen Weisen gab es eine Pause mit Gelegenheit zum Galeriebesuch – und danach etwas ganz Anderes: Der junge Preisträger von Signatur e. V. und der Stadt Markdorf, Dirk Wittmann, liest „Kramers letzte Weihnacht“. In neuem Duktus wird von einem Dirigenten erzählt, der schwitzt, dem alles zuviel wird und der sich fragt, was dieses Leben soll und wohin das führt. Vordergründig jedenfalls mal mit dem Auto Richtung Meer. Doch da spricht den halluzinierenden Kramer von dessen Nebensitz aus plötzlich ein zerzauster, einäugiger, ihm nicht ganz unbekannter Hase an, aus Plüsch und doch lebendig, und stellt ihm unangenehme Fragen, gibt brüske Anweisungen und verwirrt den Fahrer wie den Zuhörer. Trotz ihrer märchenhaft-unheimlichen Passagen kommt die Geschichte leicht und humoristisch daher.

 

Nach diesem Ausflug in den „magischen Realismus“, dem Dank der Signaturvorsitzenden Angelika Banzhaf an Dr. Jakob Böttcher (Kulturbeauftragter der Gemeinde Kressbronn) und nach Ottmar Meschenmosers aktuellen Zeile „…Mir scheint, zu Weihnacht dieses Jahr / schlägt wohl der Winter einen Haken…“, machte Mali Marschalls letztes Stück noch Hoffnung mit und auf „White Christmas“.

Foto zur Meldung: Wenn Bratäpfel im Backrohr dampfen und ein sprechender Plüschhase verwirrt
Foto: Mali Marschall, Dr. Jakob Böttcher, Rita Schade, Ottmar Meschenmoser, Roswitha Stumpp und Dirk Wittmann haben in der Lände „Süßer die Worte nie klingen“ präsentiert. Foto: Angelika Banzhaf

Wenn das Wort zu Gast bei der Kunst ist

(07.12.2019)

Von Annette Rösler, erschienen am 9.12.19 in der  Ausgabe der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Tettnang - Neun Autoren der literarischen Vereinigung Signatur haben am Samstagvormittag in den Räumen der ehemaligen Parfümerie Balle bei „Wort zu Gast bei Kunst“ aus ihren Werken gelesen, jeder Autor hatte 15 Minuten Zeit. Die Lesung war ein Gemeinschaftsprojekt mit der Künstlergruppe „stARTup“, welche die leer stehenden Räume als Galerie nutzt. Vorsitzende Angelika Banzhaf dankte den Künstlern für die Einladung und übergab das Wort an den ersten Autor, Manfred Aumiller aus Tettnang. Er las aus seinem Roman „Und was kommt danach?“, bei dem es um das Szenario einer Naturkatastrophe geht.

„Wie war das bei euch am Anfang mit dem Autorenleben, und was wünscht ihr euch für eure Bücher?“ fragte Angelika Banzhaf die Autoren. Axel Rheineck aus Langenargen erinnerte sich, dass er erst nach der Tätigkeit als Geschäftsführer und dem Umzug nach Langenargen mit dem Schreiben begonnen hat. Seine heiter-nachdenklichen Gedichte sind in seinen komplett selbst gestalteten Büchern und regelmäßig im „Montfort-Boten“ zu finden.

„Weihnachtsfreuden“, die aus „Friede, Freude, Harmonie und gebratenem Federvieh“ bestehen, sowie viel Heiteres zu Körperfülle und fehlendem Männerhaar, war aus dem Buch „Hirn im Schaukelstuhl“ zu hören. Manfred Aumiller hatte mit dem Schreiben anlässlich eines Ehestreits begonnen. „Wer sein Buch ,Nie mehr streiten’ gelesen habe, würde das auch nie mehr tun“ versprach er.

Diemut M. Bek, die mit ihrem Mann einen Bio-Bauernhof in Wangen betreibt, hat im Sandkasten mit ihren Kindern beschlossen, ein eigenes Buch zu schreiben. Sie hatte das Glück, einen kleinen Verlag zu finden, der ihr Kinderbuch „Schiller Wolkenkind“ herausgebracht hat. Es handelt von dem Regentropfenmädchen „Schiller“, das für die Regenfrau schillernde Farben sammelt, damit die kranken Flüsse der Welt wieder geheilt werden können.

„Finanziell rechnet sich das Schreiben nicht“, sagte Bek. Einen Verlag zu finden, sei sehr schwierig, unterstrich Johannes Richter aus Friedrichshafen. „Es ist alles zu sehr ,verdurchwirtschaftet’, die Kunst sollte freier werden. „Uns kleineren Autoren fehlt eine Plattform und wir würden uns mehr überregionale Aufmerksamkeit der Presse wünschen.“ Johannes Richter hat sein erstes Gedicht 1984 geschrieben, er las anspruchsvolle Passagen über Beziehung und Heilkunst aus „Odradek Variationen“ und „Chi“.

Helga R. Müller aus Tettnang hat schon als Mädchen begonnen zu schreiben. Als leidenschaftliche Türkeireisende, 17-mal war sie schon dort, schrieb sie eine Liebesgeschichte über eine deutsche Studentin und einen türkischen Fischer. Ihr Buch „Herz der lila Distel“ hat sie schon erfolgreich bei mehreren Lesungen präsentiert.

„Ich habe mal ein Büchle bekommen, das mir überhaupt nicht gefallen hat“, erzählte Maria Morandell aus Langenargen. „Des kann i au no“ dachte sie damals und legte los. Humorvoll, herzlich und berührend klingen ihre Texte aus „Buachschtabe-Supp“ und „Schwäbisch gschwätzt und Deutsch geredet“. Viel zum Schmunzeln gab es bei Ottmar Meschenmosers Gedichten aus dem Buch „Es isch em Schwob sei Privileg“. Meschenmoser stammt aus Weingarten und war eher der Musik zugetan, ehe er zu schreiben begann.

Die Lindauerin Bianca M. Schenk hatte ein ernstes Thema gewählt. Die Ausschnitte aus ihrem Buch „Das Leben der Else H. Ich wollte nicht heim ins Reich“ handelten von Else H., einer Sudetendeutschen, die nach Deutschland zurückkehren muss, wo sie nicht hin möchte.

Romantisch-Melancholisches, Ironisches und Gesellschaftspolitisches sowie Erotisches, las zum Abschluss Wolfgang Mach aus seinen Gedichten „Verstecktes Licht, Frisches Gedicht, noch warm, Ferne Tage auf dem Müll“ und „Göttin der Finsternis“. Mach lebt in Bad Waldsee, er schreibt und fotografiert.

 

Foto zur Meldung: Wenn das Wort zu Gast bei der Kunst ist
Foto: Wenn das Wort zu Gast bei der Kunst ist

Jubiläumsabend "15 Jahre Förderpreis Signatur"

(24.10.2019)

Was gibt‘s Neues vom Schreibtisch?

 

Von Annette Rösler

 

Erschienen am 24. Oktober 2019 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Bei einem Jubiläum im Marktplatz der Volksbank Tettnang haben am Dienstagabend Freunde der literarischen Vereinigung „Signatur“ die Gelegenheit bekommen, Neues vom Schreibtisch vier preisgekrönter Autorinnen zu hören. Nach einem tollen Auftakt mit dem „Allgäu Jazz Quintett“, das den musikalischen Part des Abends übernommen hatte, begrüßte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang, Jürgen Strohmaier, die zahlreichen Gäste.

Er dankte der Signatur-Vorsitzenden und Organisatorin Angelika Banzhaf für ihr Engagement. Seit 15 Jahren schreibt „Signatur“ alle zwei Jahre einen Förderpreis für Autoren aus der Region aus. Das Preisgeld wird von der Volksbank gestiftet, insgesamt 24 Preisträger hat es in den 15 Jahren gegeben. „Ich bin immer gern nach Herrn Strohmaier dran, da wird man so freundlich begrüßt“ meinte Sylvia Zwisler, die Bürgermeister Bruno Walter vertrat. „Im Namen der Stadt Tettnang viele Grüße und einen Dank an die „Signatur“ und an Angelika Banzhaf“.

Gewissen und Ego in Form einer Handpuppe im anschließenden Sketch von Jury-Mitglied Hajo Fickus eröffneten das Programm. „Es gibt nichts Neues, keine Folter, keine Epidemien, kein Mord im Schloss-Café – mir fällt nichts ein.“ Dann schreib‘ eben darüber, dass dir nichts einfällt. Ein Schlusspunkt kann auch ein Anfang sein.“

Margrit Wolff aus Tettnang war die erste im Autorenreigen. Sie hatte im Jahr 2014 einen Preis gewonnen und erzählte, wie sie als Jugendliche trotz einiger Widrigkeiten die Freude am Schreiben entdeckt hat. Ihre „Pinselstriche“ befassten sich mit einem ernsten Thema. Bewaffnete Männer in Springerstiefeln suchen einen Maler auf, der aus Angst die roten Pinselstriche auf seinen Bildern mit Himbeergrütze und Erdbeerkuchen erklärt und dadurch als Irrer gilt und in Ruhe gelassen wird, aber von Erinnerungen an Blut und Kriegssituationen gequält wird.

Roswitha Stumpp schilderte ihre Freude, als sie 2008 den Preis erhalten hatte. Begonnen hat sie als Jugendliche mit Gedichten, jetzt schreibt sie Kurzgeschichten und Glossen. Ihre Herbstgeschichte lässt reife Walnüsse auf das Trottoir plackern und Menschen, die normalerweise von Rückenschmerzen geplagt werden, sich erstaunlich oft danach bücken. Die Walnuss sehe ja aus wie ein Gehirn. Der schwäbische Spruch „Herr schmeiss Hirn ra“, passe da gut. Um Nüsse nach Berlin zu schicken, würde sie sich glatt zum Auflesen melden“.

Journalistin Andrea Edler, die 2006 einen Förderpreis erhalten hat und jetzt in Freiburg lebt, schreibt unter anderem Kurzgeschichten für den Rundfunk. Ihr Beitrag „Nimbostratus“, eine Regenwolke, trägt sich auf der Höri zu. Nadja trifft in ihrem Haus auf den Maler Dix und auf den Schriftsteller Hesse, es wirkt, als ob sie tatsächlich auf ihrem Sofa sitzen und sich mit ihr unterhalten.

Annette Hengge aus Kressbronn verriet, dass sie sich von ihrem Preisgeld 2018 ein Paddle Board gekauft hat. Beim Plätschern auf dem Bodensee kämen die Ideen. „Leidenschaft“ erzählt von einem Blinddate mit einem attraktiven Mitdreißiger. Man habe ja klare Vorstellungen von solchen Treffen und könne sich so ganz auf die Leidenschaft konzentrieren. Nach dubiosen Vermutungen stellt sich heraus, dass es bei dem Blinddate um Leidenschaft bei dem Buchstabenspiel „Scrabble“ geht, ein kleines Happyend inbegriffen.

Gedankenspiele zum Weltspartag, über Zinsen, die es nicht mehr gibt und darüber was Bankleute so den ganzen Tag machen, gab Roswitha Stumpp zum Besten. Hajo Fickus dichtete als Dichter eine Dichtung und zum Ausklang gab es reichlich Applaus.

Foto zur Meldung: Jubiläumsabend "15 Jahre Förderpreis Signatur"
Foto: Seit 15 Jahren gibt es den Förderpreis und das wird gefeiert mit Hajo Fickus, Jürgen Strohmaier, Angelika Banzhaf, Margrit Wolff, Annette Hengge, Andrea Edler, Roswitha Stumpp, Dirk Boden (von links). (Foto: Annette Rösler)

Heimische Autoren lesen Sommergeschichten vor

(05.08.2019)

von Helga Müller

 

Tettnang - Die Autorengruppe „Texte am Abend“ der Literarischen Vereinigung Signatur hat am Mittwoch, 31. Juli, zur Sommerlesung am Schloss eingeladen. Die Autorengruppe las Texte zum Motto „Sommer am See, Fluss oder Meer“ vor, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Helga Müller stellte die Autoren vor, die aus Tettnang, Friedrichshafen, Lindau, Wangen und sogar aus Bad Waldsee zu den monatlichen Treffen ins Montfortstädtchen kommen, um die selbstverfassten Texte vorzulesen, sie zu begutachten oder auch mit Verbesserungsvorschlägen abzurunden. In der Gruppe findet immer ein reger Austausch statt.

Verschiedene Kurzgeschichten, Gedichte und Lyrik wurden von den heimischen Autoren gelesen. Manfred Aumiller begann mit einem Gedicht über die sommerlichen Hundstage. Seinem Vortrag folgte Diemut M. Bek mit einer Sommerimpression die zum Mitkommen aufforderte und Beate Kamenisch ärgerte sich über ihre schwäbische, bayerische und sächsische Muse, die sie beim Finden einer Geschichte schmählich im Stich ließen. Wolfgang Mach schließlich stellte lyrische Überlegungen zum Bodensee an, resümierte über bekannte Schriftsteller die ihm bereits mit Geschichten über den Bodensee vorausgegangen waren bis er sich schließlich auf der Suche nach dem Sehnsuchtsblau machte und dabei eine fröhliche Schildkröte und einen traurigen Schmetterling traf. Helga Müller erzählte nach einer Pause ihre Geschichte von einem ausgenutzten Sommertag bei einer Radtour an der Iller, weil ihr ein Stück Zeit vor die Füße fiel. Danach nahm Marion Pesce die Zuhörer auf eine Urlaubsreise nach Süditalien mit, wo in Peschici der romantische Stufenweg durch einen Zitronenhain führt und sich ihre Hündin Susi in Figaro verliebt. Margrit Wolff verbrachte in ihrer Kurzgeschichte einen Tag am Bodensee und freute sich darüber, dass sie weder Konten buchen noch Rechnungen schreiben musste, bis sie über den Traummann mit der Alptraum-Badehose stolperte und sich trotzdem verliebte. Auch Bianca Schenk ging zum Baden an den Bodensee.

Besucher hätten die Möglichkeit gehabt, selbst einen kleinen Text vorzutragen, wovon aber leider niemand Gebrauch gemacht hat.

Angelika Banzhaf, Vorsitzende der Literarischen Vereinigung Signatur, lobte in einer kleinen Abschlussrede das Engagement der Autorengruppe und wünschte ihnen weiterhin einen so guten Zusammenhalt.

Das nächste Treffen der Autoren findet am 11. September um 19.30 Uhr im Bären in Tettnang statt. Wer mag, kann bei dem Treffen auch eigene Texte vortragen.

 

Erschienen am 5. August 2019 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

Foto zur Meldung: Heimische Autoren lesen Sommergeschichten vor
Foto: Die Besucher lauschen den Geschichten. (Foto: signatur)

Koch und Rheineck unterhalten im D&D

(16.07.2019)

Vom Mähroboter Robby, der Sommerlust und einer Beschwerde an Mister Sommer

 

 

Von Annette Rösler

 

Hiltensweiler - Zum zweiten Mal hat die literarische Vereinigung Signatur zu einer Lesung in den Dorftreff Hiltensweiler eingeladen und viele sind gekommen. Die bekannte „Worthandwerkerin“ Ingrid Koch aus Tettnang und der kreative Dichter Axel Rheineck aus Langenargen begeisterten mit Poesie, spritzigem Witz und Nachdenklichem das Publikum. Monika Sprenger vom Dorfladen & Dorftreff in Hiltensweiler begrüßte die Gäste und freute sich auf „sommerlich spritzige Texte, bei denen vielleicht auch ein kleines Gewitter dabei ist.“

 

Gerne hätten wir die Lesung in unseren schönen D&D-Garten verlegt, aber leider war uns das Wetter nicht hold,“ bedauerte Sprenger. Doch der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch, alle warteten gespannt auf die Worte der beiden Poeten. Axel Rheineck, der aus Remscheid stammt, Gedichte im Montfort-Boten veröffentlicht und seit 2005 in Langenargen zuhause ist, bedankte sich zu Beginn bei Ingrid Koch dass er „in ihrem Kielwasser der Berühmtheit mitschwimmen darf“, was diese mit einem etwas genanten „genug des Lobs“ bedachte.

Bei Rheinecks erstem Gedicht ging es um den im Schwabenland „Reingeschmeckten“, der trotz kräftigsten Strampelns, die schwäbische Sprache und das Brauchtum zu lernen, erkennen muss, dass „die größte Gottesgabe ganz zweifellos immer der Original-Schwabe ist“. „Sonne, Wärme, Luft befreit, Freunde, es ist Sommerzeit – leicht geschürzt, trotz Bauch und Falte, so erkennt man endlich Alte“, reimte er. Mit liebevollem Humor nahm Axel Rheineck die sich anschleichenden Gebrechen der Senioren aufs Korn und empfahl einen „Kniefall vor der Pharmazie“, die in Form von Salben und Pillen versteht, manchen Schmerz „zu killen“. Ein „Zwiegespräch mit einem edlen Tropfen“, die Beschreibung des Genusses beim Naschen von Süßem und ein Gedicht über perfekten Espresso, ließ die Zuhörer Rheinecks Freude am Umgang mit der Sprache spüren. Seine Gedichte hat Axel Rheineck in seinen Büchern „Litera-Türchen“ und „Hirn im Schaukelstuhl“ veröffentlicht. Die kompletten Bücher mit Text, Bildern und Layout sind in Eigenregie entstanden.

 

Einstieg mit Witz

 

„Hoffentlich können Sie nach Axel Rheineck mit meiner Tettnanger Zunge leben. Zum Einstieg von Ingrid Koch eine Frage ans Publikum: „Kennen Sie das Senioren-Memory? Ein älteres Ehepaar geht in den Keller, da sagt der Mann, wem zuerst einfällt, was wir hier wollten, der hat gewonnen.“ Dann griff Ingrid Koch zum Smartphone und schimpfte über die extreme Hitze in den letzten Wochen und sagte „jetzt hast du uns auch noch in Hiltensweiler mit deinem Wetter den Abend im Garten versaut - und „Tschüss Mister Sommer“.

In ihren weiteren Sommertexten ging es um Schneckenmord, das Draculagesindel der Schnaken und um „Robby“, den Rasenroboter. Optisch nett anzusehen sei er, nicht fett, außerdem Veganer, er fresse nur Gras. Sie sehe ihn von ihrem Bad aus auf dem Rasen des neuen Nachbarn und Robby sei immer allein, schon richtig „depri“. Während seiner Arbeit fährt er auf eine junge Malve zu, in die er sich verliebt. Doch als er sie wiedersieht, ist sie welk und Robby entliebt sich wieder, „wie bei de Leut“. Da sieht er eine erblühte Margerite, doch die wird von der Hausherrin gepflückt. „Jetzt hat er im Karree koi Junge und koi Alte mehr!“

Das Klagelied einer Männer-Short ging den Zuhörern richtig ans Herz. Ihre Liegezeit im Schrank endet im Mai. Dann hängt sie an ihm, der „Hosenknopf am Bauch schreit Barmherzigkeit“, sie schaut an sich herunter und sieht Stoppelbeine mit weißen Socken und Sandalen, also das „Uferstraßenmodell“ schlechthin, sie schämt sich und sehnt sich zurück in den Schrank. Beide Poeten hatten zum Thema „hüllenlos Baden im See“ etwas zu erzählen. Ingrid Koch bevorzugte die Dunkelheit und umarmte versehentlich einen jungen „Adonis“, den sie, trotz einiger Ungereimtheiten, für ihrem Ehemann hielt, Axel Rheineck erfrischte sich frühmorgens und traute sich nicht mehr aus dem Wasser, weil ein „gestandnes Weib“ am Ufer auftauchte. Nach einem Riesenapplaus und vielen Dankesworten hieß es dann „Guats Nächtle“. Ganz spontan spielte ein Zuhörer noch „Amazing Grace“ auf der Mundharmonika.

 

Erschienen am 16. Juli 2019 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

 

Foto zur Meldung: Koch und Rheineck unterhalten im D&D
Foto: Ingrid Koch und Axel Rheineck unterhalten das Publikum mit Poesie, Witz und Nachdenklichem. Foto: Rösler

April-April-Lesung begeistert Zuhörer

(14.04.2019)

Salziger Zopf und teurer Winterspeck

 

Von Helga Müller

 

Erschienen am 23. April in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Laimnau- Ingrid Koch und weitere Autoren aus der Gruppe „Texte am Abend“, die zur Literarischen Vereinigung Signatur Tettnang gehört, haben mit ihrer „April- April“-Lesung den Nebenraum im Ritter in Laimnau komplett gefüllt.

Die Moderatorinnen Rita Schade und Helga Müller nahmen das Publikum mit auf eine literarische Reise und stellten die Autoren mit kernigen Worten vor. Fritz Hittinger unterstrich mit seinem Akkordeon alle Texte und brachte zudem zwei Kollegen vom Seemannschor mit, welche die Lesung mit ihren umgedichteten Nordseeliedern „Dass du mein Schätzle bist“ und „Sah ein Schwab ein Sößlein stehen“ bereicherten.

Margrit Wolf erzählte von ihrem Heiligsblechle, dem sie nach dem Winter eine Wäsche angedeihen lassen wollte. Vermeintliche Kratzer entpuppten sich als eingebrannter Vorjahresdreck.

Ottmar Meschenmoser ließ die Zuhörer in schwäbischer Reimform an seinen Beobachtungen in der Stadt teilhaben. Er nahm mit dem Maerati in der Stadt“ die Schweizer Schnellfahrer aufs Korn, bevor manch Hundebesitzer sich im Gedicht „Dr Hund und sei Herr“ wiedererkannte. Es folgte Marion Pesce, deren Hund aufs Frühlingserwachen und Gassigehen wartete. Frauchen allerdings war mit dem Frühjahrsputz beschäftigt und so träumte sich Susi in den nächsten Hunde-Discounter, in dem es aus den Regalen herrlich duftete.

 

Im Nähzimmer gibt’s Tumult

Gesina Hittinger ließ das Publikum an einer Reise nach Berlin teilhaben. Kurz angebunden und schnoddrig flogen ihr Sprüche entgegen, die sie so schon lange nicht mehr gehört hatte.

Ingrid Koch zog die Literaturbegeisterten dann mit ihrer besonderen Art des Vortrages in unterschiedliche Kurztexte. Aus ihrem großen Repertoire las sie passende Episoden für ein gelungenes und scherzhaftes Ende vor der Pause.

Im zweiten Teil las Marion Pesce die Geschichte vom Osterzopf, bei dem die kleine Lisa Zucker mit Salz verwechselte. Ottmar Meschenmosser widmete sich den Eigenheiten des sparsamen Schwaben und beschäftigte sich mit der Frage, warum der Stuttgarter auf den Heilbronner Roten schwört, während für andere Schwaben ein Stammtisch ohne Bier undenkbar ist. Helga Müller nahmen mit ihrem Text „Schrippe trifft Weck“ die Beziehung der Berliner zu den Schwaben aufs Korn. Margrit Wolff sorgte für „Tumult im Nähzimmer“: Frau Pfaff und Herr Schere sprechen Fräulein Stoff ihren Wunsch ab, zu einem exquisiten Outfit für die „April-April“-Lesung zu werden. Rita Schade blickte mit „Gottgefällig“ zurück auf ihre Kindheit, als sie sich im Kinderchor die langen Predigten des Pastors mit dem Lesen von Comic-Heften vertrieb.

Ingrid Koch beendete auch den zweiten Teil und brachte das Publikum noch einmal herzhaft zum Lachen, als die vom gesunden Kraut der Brennnessel erzählte oder vom Liebstöckl, auf dessen Namen sie sich zuerst keinen Reim machen konnte. Verständnisvolles Nicken gab es im Saal, als Koch davon berichtete, wie sie eine Diät nach kürzester Zeit unterbrochen und den Winterspeck stattdessen in neue Kleider gesteckt hatte – um dann darüber zu jammern, was der Winter wieder gekostet hat.

 

Signatur-Vorsitzende Angelika Banzhaf sprach in ihrem Schlusswort über die Arbeit an Texten und wie diese von der Idee zum Skript und schließlich zum Vortrag reifen. Sie freute sich mit den Autoren und dem klatschfreudigen Publikum über die gelungene Lesung.

Foto zur Meldung: April-April-Lesung begeistert Zuhörer
Foto: Haben den Besuchern der „April-April“-Lesung vergnügliche Stunden beschert (von links): Rita Schade, Marion Pesce, Ottmar Meschenmoser, Gesina Hittinger, Margrit Wolff, Ingid Koch und Helga Müller. (Foto: Signatur)

Signatur blickt auf ereignisreiches Jahr zurück

(09.04.2019)

Hauptversammlung am 9. April 2019 bestätigt Ingrid Koch als 2. Vorsitzende und Roswitha Stumpp als Schriftführerin, Johannes Kienzler ist neuer Beirat

 

von Roswitha Stumpp

 

(in gekürzter Form am 24. April in der Schwäbischen Zeitung Tettnang erschienen)

 

Tettnang - Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Angelika Banzhaf wurde die Hauptversammlung mit Texten der Autoren Manfred Aumiller und Rita Schade eröffnet. Anschließend ließ Angelika Banzhaf in einem Rückblick das für Signatur ereignisreiche Jahr 2018 Revue passieren, das durch die Hauptversammlung im April eingeleitet wurde.

Es folgte die bewährte „April, April-Lesung der Autorenrunde „Texte am Abend“, einer Autorengruppe innerhalb der literarischen Vereinigung Signatur, im Gasthof Ritter, Laimnau und eine Besichtigung des Druckhauses Ulm-Oberschwaben in Weingarten. Ebenfalls im April durfte Signatur eine Spende der Bürgerstiftung Ehrenamtspreis in Empfang nehmen. Einen besonders guten Anklang fand die von Beirat Wolfgang Mach organisierte Tagestour ins Literaturmuseum der Moderne mit Besichtigung von Schillers Nationalmuseum und Geburtshaus. Ein solcher Tagesausflug, so die teilnehmenden Literaten, dürfe ruhig auch im Jahr 2019 wieder eingeplant werden. Ebenfalls initiiert von Wolfgang Mach waren zweimalige Lesungen der Autorengruppe „Texte am Abend“ in der Kulturbar Impuls in Weingarten. Die Autorengruppe, die sich einmal monatlich im Gasthof Bären in Tettnang mit eigenen Werken und interessanten literarischen Themen trifft, Termine werden in der SZ veröffentlicht, heißen neue Gäste herzlich willkommen. Einen langen Applaus gab es für die „Worthandwerkerin“  Ingrid Koch und dem Autor und Theatermacher Hajo Fickus bei ihrer Lesung im Dorftreff Hiltensweiler zum Thema „Heimatland“ – Segen oder Fluch.

 

Förderpreis Höhepunkt

Das Highlight des Jahres war aber die Verleihung des 8. Förderpreises für Literatur mit Publikumsentscheidung auf dem „Marktplatz der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang im Oktober 2018. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 1000 Euro, gestiftet von der Volksbank, fiel an die Erstplatzierte Annette Hengge aus Kressbronn, Franziska Schramm aus Konstanz durfte sich über den 2. Platz, Ilona Schmidt aus Lindau über den 3. Platz freuen. Mehr als 70 Autoren hätten Texte zum Thema „ausgestellt“ eingereicht, so Jurymitglied Dr. Lorenz Göser in seinem Bericht zur Jury, von der letztendlich 60 gültige Einsendungen gelesen und bewertet worden waren, wobei das Thema „ausgestellt“ in erfreulicher Bandbreite für viele Überraschungen gut war. Denn was kann nicht alles ausgestellt werden: Technische Geräte, Internet, Bilder, Pässe oder gar „Jemanden aussstellen“, als Synonym für „kündigen“. Alle Texte hatten ihre Qualitäten und wurden vom Publikum gut aufgenommen, so das Resümee der SZ.

Eine Weihnachtslesung der Vorstandsmitglieder Ingrid Koch, Dr. Lorenz Göser und Roswitha Stumpp im Hofcafe Schleinsee am 3. Advent und die den Tettnanger Krippenweg säumenden Weihnachtsgedichte regionaler Autoren beendeten das Jahr.

 

Ausblick auf 2019

Die „April, April-Lesung“ der Autorenrunde „Texte am Abend“ am 14.04. eröffnete das Jahr 2019, es folgt im Mai eine Walserwanderung mit Dr. Lorenz Göser und im Herbst eine Veranstaltung  wiederum in den gastlichen Räumen der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang. Ebenfalls im Herbst ist eine Führung bei Peter Lenk, dem bekannten Bildhauer vorgesehen, sowie eine Adventslesung am 3. Advent, dieses Mal in der Lände in Kressbronn. Weitere Lesungen und Veranstaltungen, auch bereits bis ins Jahr 2020 hinein, teilweise in Kooperation mit der Stadt Tettnang, stehen derzeit noch in Planung.

 

Vorbildliche Kassenführung

Nach den Berichten des Kassiers Anita Wilhelm und der Kassenprüfer Lorenz Göser und Roswitha Stumpp, wobei Anita Wilhelm ein dickes Lob für ihre vorbildliche Kassenführung bekam, dem Bericht des Beirats und der Autorenrunde „Texte am Abend“ sowie dem Bericht der Jury erfolgte die Entlastung des Vorstandes und die Wahlen.

 

Ingrid Koch und Roswitha Stumpp in ihren Ämtern bestätigt, Johannes Kienzler Beirat

Wiedergewählt wurden Ingrid Koch als stellvertretende Vorsitzende, Roswitha Stumpp als Schriftführerin und, in einer Ergänzungswahl, Johannes Kienzler als Beirat.

Zum Abschluss wies Banzhaf noch auf die „Wangener Lesebühne“ hin, die in Kooperation mit Signatur Veranstaltungen für Autoren in der Region unter der Regie von Diemut Bek durchführt und zum festen kulturellen Bestandteil in Wangen gehört. Für die in vielen Freizeitstunden geleistete Arbeit bedankte sich die Vorsitzende Angelika Banzhaf beim gesamten Team. Am Ende des Abends durfte noch einmal die Literatur zu Wort kommen.                    

 

Foto zur Meldung: Signatur blickt auf ereignisreiches Jahr zurück
Foto: Neu gewählt und in den Ämtern bestätigt (von links): Beirat Johannes Kienzler, Schriftführerin Roswitha Stumpp und die 2. Vorsitzende Ingrid Koch mit der Vorsitzenden Angelika Banzhaf. Foto: Rita Schade

Signatur-Lesung: Wenn Weihnachten zum Stress pur wird

(16.12.2018)
Von Christel Voith

 

Tettnang - Es war am Sonntag, 16. Dezember 2018, ein fliegender Wechsel im Hofgut Schleinsee: Kaum haben die letzten Gäste den ausgebuchten Brunch verlassen, sind neue Besucher ins Hofcafé geströmt, denn auch die nachmittägliche „Adventslesung der besonderen Art“, zu der die literarische Vereinigung „Signatur“ eingeladen hat, war ausverkauft.

Es duftete verführerisch nach Kaffee und am Büffet warteten ebenso verführerische Torten, so richtig dazu angetan, einen entspannten Nachmittag zu genießen, zumal die Straßen nach dem ersten Schneefall weit besser befahrbar waren, als man morgens noch befürchtet hatte.

Mit Zitherklängen leitete die Tettnangerin Mali Marschall den Kaffeenachmittag ein und setzte später liebenswerte Zäsuren zwischen den Lesungen, die den Kopf freimachten, um Neues aufzunehmen. Mit einem Gedicht von Ringelnatz begrüßte die Signatur-Vorsitzende Angelika Banzhaf die Gäste und stellte die drei Lesenden vor, die wohl jeder im Raum kannte: Jurymitglied Lorenz Göser, Schriftführerin Roswitha Stumpp, den Lesern der Schwäbischen Zeitung auch von ihren Glossen bekannt, und die Zweite Vorsitzende Ingrid Koch, die trotz Arm- und Beinbruchs „frisch genagelt“ zur Lesung kam.

Jeder trug im Wechsel in seinem ureigenen Stil humorvolle und besinnliche Texte zur Advents- und Weihnachtszeit vor, Erinnerungen an selbst Erlebtes, bei denen jeder verständnisinnig nickte. Nur Lorenz Göser fiel hier aus der Reihe, denn wer kann schon mit seinen Erfahrungen mithalten, die er als Entwicklungshelfer und bei späteren Besuchen in Afghanistan oder Pakistan gemacht hat.

Weihnachtsbäume und arme Kinder in Islamabad

Mit Gösers Augen entdeckte man auf den Straße Männer und Frauen, die Josef und Maria sein könnten, vom Jeep aus eine „heilige Familie“ mit einer verschleierten Frau mit Kind auf dem Esel und einem Mann zur Seite, der sie führte. Im Flüchtlingslager hatte er Babys gesehen, nicht in der Krippe, aber ebenso arm wie das Jesuskind. In Islamabad hatte er auf der Straße einen reich geschmückten Weihnachtsbaum gesehen, für den als Vorwand der Geburtstag eines „Führers der Nation“ herhalten musste.

Wie viel näher kamen einem da die sehr heutigen Beobachtungen von Roswitha Stumpp. Sie erzählte von einem Nikolaus, den bei seinen Besuchen piepsende Handys nerven, so dass er überlegt, ob er nicht lieber den Ruprecht allein und von sich nur ein WhatsApp-Foto schicken soll. Sie erzählte von Problemen, die frau vor einem Geschäftsweihnachtsessen umtreiben: Welcher Dresscode, was bedeutet „zwanglos“?

Und erst die alljährlichen Weihnachtsrituale vom Christbaumschmücken über die „Schrecken pur“ beim Weihnachtsessen und später die unliebsamen Überraschungen bei der Bescherung, bis endlich Weihnachten wieder „abgehakt“ werden kann.

Weihnachtsbreetla als Geschmacksruinen

Auf verständnissinniges Nicken und Schmunzeln stieß auch Ingrid Koch, wenn sie vom Adventskaffee mit Mutter und Tante, von den immer gleichen Themen und den bissigen Bemerkungen erzählte. Nicht minder nervig die Wünsche der 13-jährigen Enkelin – kein Buch, kein Spiel, sondern Smartphone und Co. sollen es sein.

Lebhaft stand der vorprogrammierte Familienkrach vor Augen, wenn am Weihnachtstag Neid und Eifersucht ausbrechen. Oder der Stress pur, wenn „Weihnachtsbreetla“ als „Gschmacksruinen“ oder „Gsundheitsfraß“ daherkommen. Noch manches mehr hat zum Schmunzeln – oder zum Bessermachen – angeregt.

 

Erschienen am 16.12. 2018 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

Foto zur Meldung: Signatur-Lesung: Wenn Weihnachten zum Stress pur wird
Foto: Roswitha Stumpp, Dr. Lorenz Göser und Ingrid Koch (von links) haben für einen vergnüglichen Adventsnachmittag gesorgt. Foto: Voith Helmut

8. Förderpreis: „Signatur“ zeichnet drei Texte aus

(16.10.2018)

Von Helmut Voith

 

Tettnang - Die Freunde der Literarischen Vereinigung „Signatur“ haben am Dienstagabend zur Verleihung der Förderpreise den Marktplatz der Volksbank wieder schnell gefüllt. Seit 2004 schreibt „Signatur“ alle zwei Jahre einen Förderpreis für Autoren aus der Bodenseeregion, Oberschwaben und dem Allgäu aus. Mit im Boot ist die Volksbank Friedrichshafen-Tettnang, die zur Preisverleihung in ihren Marktplatz einlädt und das Preisgeld für die drei Erstplatzierten in Höhe von 500, 300 und 200 Euro sponsert.

Wie Jurymitglied Lorenz Göser berichtete, hatten mehr als 70 Autoren Texte zum Thema „ausgestellt“ eingereicht, 60 erfüllten die Bedingungen. Alle Mitglieder der Jury seien studierte Germanisten und zudem schreiberfahren. 38 Texte hätte die Stimme von wenigstens einem der Juroren erhalten, keiner alle Stimmen. Fünfzehn Namen seien schließlich in die Longlist gekommen. Weit war der Rahmen von „ausgestellt“ ausgelegt worden: Handy, Internet, lebenserhaltende Apparate, Dokumente, Ausstellung, sogar die Zeit könne ausgestellt werden.

Texte haben ihre Qualitäten

Drei Autoren werden jeweils als Finalisten ausgewählt. Spannend wird es dann in Tettnang, wenn nach der Vorstellung durch den jeweiligen Paten die einzelnen lesen und am Ende das Publikum in demokratischer Abstimmung den Sieger kürt.

Vorstand Jürgen Strohmeier begrüßte im Namen der Volksbank, sein Kollege Dirk Bogen überreichte am Ende die Preise. Angelika Banzhaf, die Vorsitzende von „Signatur“, dankte der Bank für die großzügige Bereitstellung des Raumes und der Preisgelder. Strohmeier betonte, dass die Bank gerne regionale Kultur wie auch regionalen Sport fördere. Zu Beginn und zwischendurch erfreute die junge Harfenistin Samira Nowarra mit melodischen Klängen.

Jury-Pate Hajo Fickus leitete mit Bemerkungen über Arbeitslosigkeit über zum Text von Franziska Schramm aus Konstanz. Diese erzählt, wie ihre Protagonistin die Kündigung erhält und beim Händedruck ihre Hand verliert. Blut tropft auf den Boden. Geschildert wird, wie Arbeitslosigkeit den Menschen verändert, der sich am Ende wieder ganz findet, die Hand ist wieder da, das Surreale ist also geblieben.

Ilona Schmidt aus Lindau, vorgestellt von Monika Schüler, beschäftigt sich mit der Frage, wann der Mensch aufhöre, ein Mensch zu sein. In ihrer Erzählung beklagt sich eine Mumie in der berühmten Klosterbibliothek St. Gallen über ihre Zurschaustellung.

Annette Hengge aus Kressbronn wird vorgestellt von Sigrid Hülsen-Schubert. Eindrucksvoll schreibt sie über die Taxifahrt einer jungen Frau, die sich alle paar Wochen einmal in der Disco austanzt, dann ermüdet ins Bett sinkt, neben ihren Mann, der nur dank einer lebenserhaltenden Maschine noch lebt. Obwohl die beiden es einander versprochen hatten, schaltet sie den Apparat nicht ab.

Alle Texte hatten ihre Qualitäten und wurden vom Publikum gut aufgenommen. Die demokratisch ermittelte Reihenfolge der Sieger gibt letztlich eine Momentaufnahme wieder, die von vielen Zufälligkeiten bestimmt wird: Den ersten Platz belegte Annette Hengge, den zweiten Franziska Schramm und den dritten Ilona Schmidt.

Erschienen am 18. Oktober 2018, Schwäbische Zeitung Tettnang

Foto zur Meldung: 8. Förderpreis: „Signatur“ zeichnet drei Texte aus
Foto: Das Siegerbild mit (von links) Jürgen Strohmeier, Ilona Schmidt, Franziska Schramm, Annette Hengge, Angelika Banzhaf und Dirk Bogen. Foto: Helmut Voith

Langer Applaus für Ingrid Koch und Hajo Fickus

(28.09.2018)

„Oh Heimatland! – Segen oder Fluch?“: Für einen Abend ist der Dorftreff in Hiltensweiler ihre Heimat

Von Annette Rösler

(erschienen am 1. Oktober 2018 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang)

Zwei bekannte Autoren der Tettnanger Literarischen Vereinigung Signatur haben sich am Freitagabend im voll besetzten Dorftreff in Hiltensweiler mit diesem Thema auseinandergesetzt. Monika Sprenger begrüßte die Tettnanger „Worthandwerkerin“ Ingrid Koch und den Autor und Theatermacher Hajo Fickus. Sie freue sich, den Autoren an diesem Abend „eine Heimat“ im Dorftreff Hiltensweiler zu geben. Hajo Fickus nannte Ingrid Koch „Heimatdichterin“, womit diese anfangs nicht ganz einverstanden war. „Doch wenn ich so an mein Tettnang denk’, geht mir das Herz über. Oh Tettnang, du mei’ Heimatstadt, auch wenn du eine seckelblöde Ampelschaltung hast und überall Tebablocks reindrückst und trotzdem immer noch zu klein für einen OB bist, wärst du ein Mann, ich würd’ dich umarmen.“

Hajo Fickus’ Verhältnis zu seiner Heimat ist eher zwiegespalten. Nach mehr als 30 Jahren in Wangen fühle er sich manchmal immer noch fremd. Ob das an Integrationsproblemen liege? fragte Koch. Er hege eine misstrauische Sympathie: Kleinstadt, zu putzig geputzt, zu katholisch. Trotz allem antworte er auf Fragen von Touristen „ja, ich bin von hier“. Es sei auch nicht viel Spektakuläres los, so Hajo Fickus, „nur manchmal“ steige das Wasser der Argen und überflute das Land, „nur manchmal“ brenne ein Haus ab oder fallen Bomben aufs Rathaus, „nur manchmal“ sprenge sich ein Attentäter in die Luft – „ganz selten, eigentlich fast nie.“

Er schilderte einen Abend mit Nieselregen, Spätseptemberkälte, als ihm das Benzin ausging, zwischen Wangen und Isny, weit und breit keine Tankstelle, nur eine Wirtschaft. „Was willst du denn hier? fragten die Männer am Stammtisch. Er schilderte seine Misere und bat um einen Benzinkanister, jedoch besaßen nur Zwei ein Auto. Einer meinte, er könne ihm „vielleicht“ helfen und fragte, was er für den Liter Sprit bezahlen würde. Er habe sich gefühlt, wie unter die Räuber gefallen. Ja, so sind die Schwaben, meinte Ingrid Koch, gescheit, gutmütig und sparsam. Seit Ingrid Koch „genullt hat„ also eine Null an der Sieben hängt, sei alles nicht mehr so wie früher. Ihr falle auf, dass alle fünf Kilometer ein Fest sei, die „Feschtlespest“ greife um sich, Rattenfest, Kuh- und Saufest, Strandbadfest, Aperolspritzfest, um nur ein paar zu nennen.

Was ist Heimat? Das ist da, wo man sich wohl fühlt. Das kann eine Bank sein oder der Dorftreff in Hiltensweiler. Es könne auch ein Baum sein, wie im Hambacher Forst, so Fickus. Auf einem Baum kann man glücklich leben, ohne Geld, man hat seine Ruhe. Wenn nicht, wie in seinem Sketch über den Baumsitzer Hinz, die Ruhe gestört wird. Kunz wird neugierig und will wissen, warum Hinz da oben sitzt. „Sind Sie ein Spanner oder demonstrieren Sie gegen das Baumsterben? Oder ist das ein Kunstwerk, oder gibt es eine versteckte Kamera?“ „Ich will nur meine Ruhe!“ Leider lässt sich Kunz nicht davon abhalten, herauf zu kommen.

„Oh Heimatland, war des schee!“ Begeisterten Applaus gab es für die beiden Akteure, deren Repertoire noch lange nicht erschöpft war. Ingrid Koch und Hajo Fickus meinten „es war nett, mal was miteinander zu machen“. Das Publikum im Dorftreff Hiltensweiler sah das genauso

Foto zur Meldung: Langer Applaus für Ingrid Koch und Hajo Fickus
Foto: Begeistern im Dorftreff: Ingrid Koch und Hajo Fickus. Foto: Rösler

WortKlangImpuls - Ein Bukett literarisch, musikalischer Begegnungen

(11.09.2018)

Von Helga Müller 

Am Dienstag, 11. September 2018, haben Teilnehmer der Tettnanger Signatur-Autorengruppe „Texte am Abend"  in der Kulturbar Impuls in Weingarten gelesen.

Mit  Poesie, Prosa und pulsierenden Worten und Klängen erfreuten sie das zahlreiche Publikum. Geboten wurde Literatur, die neu interpretiert und präsentiert wurde, und die, vielfach am Puls der Zeit, auch impulsive und provokative Inhalte hatte: Worte zwischen Klängen und Gedanken, sinnlich und verrückt, verträumt und konkret, voller Leidenschaft und Freude,  Tiefgründigkeit Spaß und Heiterkeit.

Unter dem Überbegriff "WortKlangImpuls" präsentierten verschiedene Autoren Texte und Lyrik aus ihrem eigenen Repertoire.

Beim Eingangstext von Helga Müller ging es um Hühner. Da einzelne Textpassagen von allen Teilnehmern gelesen wurden, erhielt die Geschichte eine besondere Klangnote. Geboten wurde somit erfrischende Prosa über eine menschlich-eifersüchtige Henne, die ihren Hahn unter Kontrolle hält, der Junggockel indes die neue Henne unter seine Fittiche bekommt und der alte Hahn leer ausgeht.

Ottmar Meschenmoser las aus seinem neuen schwäbischen Gedichtband Gereimtes über Uwe`s Garage, die so vollgestopft ist, dass das Auto auf der Straße parken muss, womit er die Lacher auf seine Seite zog.

Rita Schade las eine dramatische Geschichte, die von Verlustängstne und Gemütszuständen handelte und die Zuhörer mitnahm auf eine Reise verletzter Seelen.  

Maria (Mizzy) Bohr hingegen suchte für den Bauern eine Frau und erzählte kurzweilig von einem Badetag aus längst vergangenen Zeiten.

Margrit Wolff verzauberte mit ihrem „Birnbaumtraum im Bauerngarten“ das Publikum und Wolfgang Mach las Lyrik - mit der ihm eigenen Art, wobei seine Stärke darin liegt, genau hinzuschauen und das Gesehene zu komprimieren.  „Ich stolpere von realen Phantasien zu surrealen Wirklichkeiten“, sagt er von sich selbst.

Paula Stützenberger unterhielt die Besucher zwischen den einzelnen Stücken mit Klaviermusik. Sie liebt Balladen, wie sie erzählte, und so passte ihre Musik wunderbar zu den vorgetragenen Texten.  Die junge Musikerin, die eigene Stücke komponiert,  präsentierte an dem Abend ein eigenes Werk und erntete hierfür mehr als nur Achtungsapplaus, weshlab sie  für den nächsten Leseabend in der Kulturbar Impuls am 9. Oktober 2018 gleich noch einmal verpflichtet wurde.

 

Foto zur Meldung: WortKlangImpuls  - Ein Bukett literarisch, musikalischer Begegnungen
Foto: Gut besucht ist die Lesung in der Kulturbar Impuls in Weingarten gewesen. Foto: Helga Müller.

Eine laue Sommernacht – Leseabend am Tettnanger Schloss

(18.07.2018)

Tettnang - (Von Helga Müller) - Es war heiß in diesem Sommer, die Hitze unerträglich und doch traf  sich die Autorengruppe „Texte am Abend“ von der Literarischen Vereinigung Signatur e.V. zu einem besonderen Sommermeeting im Tettnanger Schlosspark, anstatt in einem geschlossenen Raum

Auf Bänken und bei einem kühlen Getränk wurden am 18. Juli Texte über laue Sommernächte gelesen. Nach dem vorgegebenen Motto von Autor Wolfgang Mach: Man nehme eine warme Sommernacht, eine Prise Prosa und etwas magische Lyrik, schüttle dies gut durch und fertig ist ein Sommernachtstraum, den die Teilnehmer sichtlich genossen und der nach Wiederholung ruft. Die gelesenen Texte hätten dabei nicht unterschiedlicher sein.

Foto zur Meldung: Eine laue Sommernacht – Leseabend am Tettnanger Schloss
Foto: Eine laue Sommernacht – Leseabend am Tettnanger Schloss. Foto: Wolfgang Mach

Ehrenamtspreis: Signatur erhält Spende

(05.05.2018)

Stiftung verleiht „stille Ehrenamtspreise“

Dank Signatur-Mitglied Manfred Aumiller: Signatur erhält 170 Euro Zuwendung.

 

Erschienen am 5. Mai 2018 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Tettnang (sz) - Ende April hat die sechste Stifterversammlung der Bürgerstiftung „Menschen für Tettnang“ stattgefunden. Im Beisein des Vorstandes, der Stiftungsräte und der Stifterversammlung verlieh die Institution die „Stillen Ehrenamtspreise 2018“ an Tettnanger Bürger. Die Preisträger spendeten ihre Prämien unter anderen der Urmel-Kinderkrebshilfe, dem TSV Tettnang, dem Elektronikmuseum, dem Repair-Café sowie dem Diakoniefonds der Martin-Luther-Gemeinde, teilt die Bürgerstiftung mit.

Nachdem Wolfgang Schilha die gut besuchte Versammlung im Tettnanger Hotel Bären eröffnet hatte, gab der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Dieter Baur, einen Rückblick über das vergangene Jahr, aktuelle Aktivitäten der Stiftung sowie einen Ausblick. „Wir haben den Zweck unserer Stiftung 2017 erfüllen können und sind sehr froh darüber, auch in diesem Jahr durch Spendenmittel weitere Unterstützung für Tettnanger Mitmenschen bieten zu können. So konnten wir unter anderem die Tettnanger Schulen mit Obst versorgen, mehrfach Notfall- und Familienhilfe leisten sowie pro Jahr ein naturwissenschaftliches Stipendium vergeben für Studenten, die auf BAföG angewiesen sind“, resümierte Baur. „Möglich ist dies alles auch dank Roland Mehringer, ohne dessen Treuhandstiftung die Bürgerstiftung nicht handlungsfähig wäre.“ Abschließend bedankte sich Baur bei Josef Günthör, der 2017 als Stiftungsvorstand ausschied.

Der folgende Bericht von Geschäftsführer Thomas Stauber sowie dessen Prüfung durch Rolf Striedacher und Stefanie Locher wurde zustimmend vom Plenum zur Kenntnis genommen.

Nachdem Wolfang Schilha ans Plenum appellierte, neue Ideen und Vorschläge für Stiftungsaktivitäten sowie Spendenmittel zu generieren, übernahm Thomas Straub die Preisverleihung für das „Stille Ehrenamt“. In diesem Jahr haben Kurt Pfluger (Tettnanger Tafel), Eduard Miller (TSV Tettnang), Manfred Aumiller und Wolfgang Rohwer (Repair-Café) sowie Michael Hofer (Martin-Luther Kirchengemeinde) die Auszeichnung für ihr ehrenamtliches Engagement erhalten. Der mit 1000 Euro dotierte Preis dient wiederum dazu, das Preisgeld an soziale Einrichtungen oder Vereine zu spenden und auf diesem Weg einmal mehr Tettnanger Bürgern zugutekommen zu lassen. So wurden die Gelder entweder komplett oder aufgeteilt der Tettnanger Urmel-Kinderkrebshilfe, dem Sonderfonds für Kinder sowie der Tischtennisabteilung des TSV Tettnang oder dem Elektronikmuseum Tettnang gespendet.

Aber auch der Verein „Literarische Vereinigung Signatur“, die „Reise ins Theater“, das Tettnanger Repair-Café sowie der Diakoniefonds der Martin-Luther Kirchengemeinde durften sich über frische Geldmittel freuen. „Wir möchten damit das besondere Engagement Tettnanger Bürger würdigen, die sich ehrenamtlich und mit großer Leidenschaft für andere Menschen in unserer Stadt einsetzen“, so Baur. „Diesem Handeln gebührt unser größter Respekt. Auch in Zukunft wollen wir als Bürgerstiftung dieses Engagement weiter fördern.“

Foto zur Meldung: Ehrenamtspreis: Signatur erhält Spende
Foto: Die Preisträger spenden ihre Prämien unter anderem an die Urmel-Kinderkrebshilfe, den TSV Tettnang, das Elektronikmuseum, das Repair-Café und an den Diakoniefonds der Martin-Luther-Gemeinde. (Foto: bürgerstiftung)

Signatur richtet Fokus auf Förderpreis

(02.05.2018)

Hauptversammlung: Signatur richtet Fokus auf Förderpreis

Thema des Wettbewerbs der literarischen Vereinigung lautet „ausgestellt“

 

Von Roswitha Stumpp

 

Erschienen am 2. Mai 2018 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Tettnang - Bei der Hauptversammlung von Signatur im Hotel Ritter in Tettnang durfte als erstes die Literatur zu Wort kommen. Maria Morandell aus Langenargen, eines der langjährigsten Mitglieder des Vereins, las einige ihrer Gedichte vor.

Anschließend eröffnete die Vorsitzende Angelika Banzhaf den Abend mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Es startete mit dem 50. Treffen der Autorengruppe „Texte am Abend“, eine Autorengruppe innerhalb der literarischen Vereinigung Signatur im Hotel Bären in Tettnang. Der Treff bietet Hobbyschriftstellern die Möglichkeit eigene Texte vorzutragen.

Herausragendstes Ereignis für Signatur war der Festabend zum 25jährigen Bestehen des Vereins im November in der Volksbank Tettnang. Als Festredner konnte Rolf Waldvogel gewonnen werden. Rückblicke auf die vergangenen 25 Jahre steuerten Manfred Hagel und Ingrid Koch bei. Hajo Fickus servierte quasi als kreatives Dessert Dichterkommentare zum Thema Lesen. Der Abend in der Volksbank war sehr gelungen und gut besucht. Angelika Banzhaf bedankte sich beim gesamten Team für die hervorragende harmonische Zusammenarbeit.

Im Vordergrund für das aktuelle Jahr steht die Ausschreibung des 8. literarischen Wettbewerbs von Signatur. Jurymitglied Monika Schüler berichtete über die Arbeit der Jury, der es oblag, ein neues Thema für den Förderpreis zu finden. Man habe sich, so Monika Schüler, auf das Thema „ausgestellt“ geeinigt. Ein vielseitiges Thema, denn was kann nicht alles ausgestellt werden! Einsendeschluss ist der 30.06.2018 und teilnehmen können Autoren aus der gesamten Bodenseeregion, Oberschwaben, Allgäu, Österreich und Schweiz. Den drei Erstplatzierten winken Preise in Gesamthöhe von 1000 Euro, gesponsert von der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang. Die Texte werden im Rahmen der Preisverleihung am 16. Oktober in der Volksbank Tettnang von den Autoren selbst vorgestellt.

Im April fand die bereits bekannte April-April-Lesung der Autorengruppe „Texte am Abend“ im Landgasthof Ritter in Laimnau statt. Eine Lesung im Dorftreff Hiltensweiler sowie im Theater Ravensburg sei ebenfalls vorgesehen. Ein Ausflug ins Literaturmuseum Marbach ist in nächster Zeit geplant.

Über den gesunden Kassenstand des Vereins berichtete Anita Wilhelm. Die Kassenprüfer Lorenz Göser und Roswitha Stumpp verteilten Bestnoten für ihre sorgfältige und korrekte Arbeit. Wolfgang Mach als Beirat berichtete über die regelmäßig einmal im Monat stattfindenden „Texte am Abend“-Treffs im Hotel Bären in Tettnang. Neue Autoren seien herzlich willkommen.

Führungsteam bleibt im Amt

Im Anschluss an die jeweiligen Berichte fand die Entlastung des Vorstands statt, die einstimmig erteilt wurde. Bei den anstehenden Wahlen wurden Angelika Banzhaf als Vorsitzende, Hajo Fickus, Monika Schüler, Lorenz Göser und Sigrid Hülsen-Schubert für die Jury sowie Lorenz Göser und Roswitha Stumpp als Kassenprüfer wiedergewählt.

Die wiedergewählte Vorsitzende Angelika Banzhaf bedankte sich noch einmal herzlich beim Team für die in vielen Freizeitstunden geleistete gute Zusammenarbeit. Bevor sie die Anwesenden in den gemütlichen Teil des Abends entließ, teilte Angelika Banzhaf mit, dass nun auch die „Wangener Lesebühne“ in Kooperation mit Signatur durchgeführt werde. Die unter der Regie von Diemut Bek jährlich stattfindende Veranstaltung für Autoren in der Region gehöre zum festen kulturellen Bestandteil in Wangen.

Den Abschluss des Abends bildete wiederum Literatur mit ein paar heiteren Geschichten von Maria Morandell.

Sechs Autoren lesen für ihr Publikum

(23.04.2018)

Sechs Autoren lesen für ihr Publikum

von Annette Rösler

 

erschienen am 23. April 2018 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Tettnang/Laimnau - Heitere, nachdenkliche und freche Texte haben sechs Autoren aus der Region am Sonntagnachmittag im Hotel Ritter in Laimnau einem interessierten Publikum vorgestellt. Vielseitige musikalische Untermalung gab es von Fritz und Benny Hittinger. „Texte am Abend“ ist eine Autorengruppe innerhalb der literarischen Vereinigung Signatur Tettnang. Hobbyschriftstellern und Freunden der Literatur bietet sich in diesem Forum die Möglichkeit, eigene Texte vorzutragen und sich gegenseitig mit Tipps und Ideen zu unterstützen. Helga Müller, in der Gruppe für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, stellte nach der Begrüßung die fünf Autoren vor, deren Werke so vielfältig wie eine bunte Frühlingswiese im April seien.

Rita Schade aus Franken, die mehr als 20 Jahre als selbstständige Fotografin in Tettnang tätig war, hatte Heiteres über ihr Berufsleben aus der Zeit der analogen Fotografie zu berichten. Sie gab zu Beginn eine Geschichte aus ihrer Lehrzeit als Fotografin zum Besten: Ein junger Mann wollte die entwickelten Fotos von seiner Jessica abholen, drei Filme hatte er verknipst. Er nahm die Fotos und sagte: „Sehen Sie, alles Bilder von meiner Jessica. Hier im Wald bei Gegenlicht und da am Bach mit den Blumen. Meine Jessica ist doch super oder was meinen Sie?“ Rita Schade betrachtete alle Bilder, die sehr gut fotografiert waren, aber - „Wo ist denn Ihre Jessica? Die ist nicht drauf, die brauch’ ich doch zum Fotografieren! Aha, Sie haben zu zweit fotografiert. Nein Quatsch, Jessica ist meine Kamera!“ Der junge Mann hatte mit seiner japanischen Kamera Marke Jaschica fotografiert.

Von der Musik zur Lyrik

Ottmar Meschenmoser, ehemaliger Ulmer und in Ravensburg zuhause, war Musiker von Beruf und hatte sich dann der Lyrik zugewandt. Er ist Spezialist für schwäbische Reime, wie beispielsweise vom misstrauischen Schwaben: „Es isch em Schwob sei Privileg, der traut fascht koinem übern Weg, verdächtigt jeden, s’könnt jo sei, dr Oi, dr Ander, der brich ei…“ Allerdings: „Der Argwohn wär beschtimmt entbehrlich, zom Glück, dia meischte Leit sind ehrlich.“

Bianca Schenk, deren Wurzeln in der Tschechei liegen, ist viel in der Welt herumgekommen und lebt in Lindau. Sie hat eine Romanbiographie über das Leben ihrer Mutter geschrieben und verfasst Gedichte. Mit schlaflosen Nächten, langen Leitungen und keinem Talent zum Zeitung lesen, unterhielt sie die aufmerksamen Zuhörer in Laimnau. Sie meint, es geht ordentlich in den Bizeps, eine Zeitung beim Frühstück hoch zu halten ohne sie in den Kaffee oder in die Marmelade zu tunken. „Warum müssen die Dinger bloß so groß sein?“

Maria „Mizzy“ Bohr kommt aus München und bringt einen gehörigen bayerischen Touch in die Runde. Sie ist erst seit kurzer Zeit dabei. Sie bietet einen literarischen Rückblick auf einen Badetag im Jahr 1950, befasst sich mit dem Wandel der Zeit und erzählt eine Anekdote über „Bauer sucht Frau“: „Des Madl vom Tagblatt kommt heut auf’n Hof, i muas scho song, mei Aufregung is groß. D’Neugier is gweckt und i frog mi, wer wohl hinter so ner Anzeig steckt. Sie siagt gout aus und hot a Dirndl o, was sie sich bei der Figur a leist’n ko. Mit gnuag Holz vor der Hütt’n füllt sias gout aus, sie is a Augenschmaus…“

Aus Brandenburg stammt Gesina Hittinger, die als Jugend- und Heimerzieherin tätig ist und in Friedrichshafen lebt. Sie möchte mit ihren Kurzgeschichten das Publikum an ihren Erlebnissen teilhaben lassen. Ein Frühlingstag mit Lisa trägt dazu auf amüsante Weise bei. Die zweijährige und schon recht sprachgewandte Lisa verbringt mit ihrer Oma einen Tag im Garten. Nach dem Abendessen legt sich die Oma gemeinsam mit der Kleinen schlafen und Lisa möchte noch eine Geschichte hören. Die Oma liest zwei Mal Rotkäppchen vor, dann wünscht sich Lisa den Wolf mit den sieben Geislein und so geht das weiter, bis die Oma ein Machtwort spricht. Nun beginnt Lisa ohrenbetäubend zu schreien und die Oma weiß sich nicht so recht zu helfen, bleibt aber konsequent. Dann plötzlich Stille. Eine ganz normale zarte Kinderstimme fragt: „Oma, kannst du bei dem Geplärre überhaupt schlafen?“

Tipps zur Entschleunigung

Manfred Aumiller aus Friedrichshafen, der Kunst und Kultur zu seinem Hobby zählt, beschließt mit einem Gedicht über den Monat April und mit Tipps zur Entschleunigung der morgendlichen Eile, den Nachmittag: „Bist du morgens oft in Eile, dann halt inne eine Weile, lass’ kreisen die Gedanken, was ist zu tun, was mus ich lassen….jetzt setz’ dich hin und träum’ ein wenig…“

 

Foto zur Meldung: Sechs Autoren lesen für ihr Publikum
Foto: Die Autorengruppe vom vergangenen Sonntagabend (von links): Manfred Aumiller, Mizzy Bohr, Gesina Hittinger, Margrit Wolff, Rita Schade, Helga Müller (Öffentlichkeitsarbeit), Bianca Schenk und Ottmar Meschenmoser (Foto: Annette Rösler)

Hauptversammlung: Signatur richtet Fokus auf Förderpreis

(17.04.2018)

 

Thema des Wettbewerbs der literarischen Vereinigung lautet „ausgestellt“

Von Roswitha Stumpp

 

Erschienen am 2. Mai 2018 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

 

Tettnang - Bei der Hauptversammlung von Signatur im Hotel Ritter in Tettnang durfte als erstes die Literatur zu Wort kommen. Maria Morandell aus Langenargen, eines der langjährigsten Mitglieder des Vereins, las einige ihrer Gedichte vor.

Anschließend eröffnete die Vorsitzende Angelika Banzhaf den Abend mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Es startete mit dem 50. Treffen der Autorengruppe „Texte am Abend“, eine Autorengruppe innerhalb der literarischen Vereinigung Signatur im Hotel Bären in Tettnang. Der Treff bietet Hobbyschriftstellern die Möglichkeit eigene Texte vorzutragen.

Herausragendstes Ereignis für Signatur war der Festabend zum 25jährigen Bestehen des Vereins im November in der Volksbank Tettnang. Als Festredner konnte Rolf Waldvogel gewonnen werden. Rückblicke auf die vergangenen 25 Jahre steuerten Manfred Hagel und Ingrid Koch bei. Hajo Fickus servierte quasi als kreatives Dessert Dichterkommentare zum Thema Lesen. Der Abend in der Volksbank war sehr gelungen und gut besucht. Angelika Banzhaf bedankte sich beim gesamten Team für die hervorragende harmonische Zusammenarbeit.

Im Vordergrund für das aktuelle Jahr steht die Ausschreibung des 8. literarischen Wettbewerbs von Signatur. Jurymitglied Monika Schüler berichtete über die Arbeit der Jury, der es oblag, ein neues Thema für den Förderpreis zu finden. Man habe sich, so Monika Schüler, auf das Thema „ausgestellt“ geeinigt. Ein vielseitiges Thema, denn was kann nicht alles ausgestellt werden! Einsendeschluss ist der 30.06.2018 und teilnehmen können Autoren aus der gesamten Bodenseeregion, Oberschwaben, Allgäu, Österreich und Schweiz. Den drei Erstplatzierten winken Preise in Gesamthöhe von 1000 Euro, gesponsert von der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang. Die Texte werden im Rahmen der Preisverleihung am 16. Oktober in der Volksbank Tettnang von den Autoren selbst vorgestellt.

Im April fand die bereits bekannte April-April-Lesung der Autorengruppe „Texte am Abend“ im Landgasthof Ritter in Laimnau statt. Eine Lesung im Dorftreff Hiltensweiler sowie im Theater Ravensburg sei ebenfalls vorgesehen. Ein Ausflug ins Literaturmuseum Marbach ist in nächster Zeit geplant.

Über den gesunden Kassenstand des Vereins berichtete Anita Wilhelm. Die Kassenprüfer Lorenz Göser und Roswitha Stumpp verteilten Bestnoten für ihre sorgfältige und korrekte Arbeit. Wolfgang Mach als Beirat berichtete über die regelmäßig einmal im Monat stattfindenden „Texte am Abend“-Treffs im Hotel Bären in Tettnang. Neue Autoren seien herzlich willkommen.

Führungsteam bleibt im Amt

Im Anschluss an die jeweiligen Berichte fand die Entlastung des Vorstands statt, die einstimmig erteilt wurde. Bei den anstehenden Wahlen wurden Angelika Banzhaf als Vorsitzende, Hajo Fickus, Monika Schüler, Lorenz Göser und Sigrid Hülsen-Schubert für die Jury sowie Lorenz Göser und Roswitha Stumpp als Kassenprüfer wiedergewählt.

Die wiedergewählte Vorsitzende Angelika Banzhaf bedankte sich noch einmal herzlich beim Team für die in vielen Freizeitstunden geleistete gute Zusammenarbeit. Bevor sie die Anwesenden in den gemütlichen Teil des Abends entließ, teilte Angelika Banzhaf mit, dass nun auch die „Wangener Lesebühne“ in Kooperation mit Signatur durchgeführt werde. Die unter der Regie von Diemut Bek jährlich stattfindende Veranstaltung für Autoren in der Region gehöre zum festen kulturellen Bestandteil in Wangen.

Den Abschluss des Abends bildete wiederum Literatur mit ein paar heiteren Geschichten von Maria Morandell.

Signatur feiert Jubiläum

(17.11.2017)

25 Jahre Signatur verführt zum Schreiben

Rückblicke und Festrede bei der Geburtstagsfeier in der Volksbank am 16. November 2017

Von Helmut Voith

 

TETTNANG - Bei der Feier zum 25. Geburtstag der literarischen Vereinigung „Signatur“ am Donnerstagabend im Marktplatz der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang ist kein Platz frei geblieben. Die Signatur mit Angelika Banzhaf und Ingrid Koch an der Spitze gehört zu Tettnang.

Signatur hat sich in 25 Jahren als feste Größe in der Region etabliert. Wie Angelika Banzhaf sagte, ist die Vereinigung ein Forum für regionale Autoren zum Austausch mit Gleichgesinnten. 2000 Teilnehmer an Schreibwettbewerben sprächen eine deutliche Sprache. Volksbank-Vorstandsmitglied Jürgen Strohmaier sagte: „Kompliment an alle, die sich bei dem Literaturverein engagieren, sie machen das offensichtlich richtig gut!“ Zum Dank gab es einen Geschenkkorb und einen Spendenscheck über 500 Euro.

Bürgermeister Bruno Walter wünschte viel Glück beim Umsetzen des Ziels, Menschen zum Schreiben anzuregen und zu verführen.

Laut Manfred Hagel, Vorsitzender bis 2002, bildete sich die Gruppe in Lindau, um nicht alles den Gesetzen des Buchmarkts zu überlassen, sondern für schreibende Menschen ein Netzwerk zu schaffen. Neidvoll habe man auf Musiker und Bildende Künstler geblickt, da Schreibende nur Einzelkämpfer waren und selten eine Buchhandlung zu einer Lesung überredet werden konnte. Hagel ließ in seinem Rückblick die ersten zehn Jahre Revue passieren und stellte die Gründungsmitglieder, die aus einem Umkreis von etwa 30 Kilometern um Lindau kamen, als originelles Völkchen mit eigenem Charakter dar.

Lektüre ist anarchischer Akt

Leidenschaftlich hätten sie sich für kulturelle Freizügigkeit, grenzüberschreitende Aktivitäten eingesetzt: „Signatur hat unser Leben bereichert.“ Ehrenamtlich neben dem Beruf bis zu 47 Veranstaltungen im Jahr zu schultern, sei nicht leicht gewesen. Ingrid Koch, in Tettnang und darüber hinaus als Mundartautorin mit hintergründigem Wortwitz bekannt, erzählte mit dem ihr eigenen Unschuldsblick, wie sie in ihr Amt bei Signatur hineingeschlittert ist. Der volle Saal gluckste vor Vergnügen. Ingrid Koch und ihrem schwäbisch Gereimtem zuzuhören ist schön: Ob sie Vereinsaktivitäten aufzählt, vom „Maloche“ im Gremium erzählt oder feststellt, „dass Signatur in Tettnang arriviert, sprich „heimisch isch“ und etabliert, Menschen motiviert zum Schreiben, ist wunderbar und soll so bleiben“.

Als „kreatives Dessert“ steuerte Jurymitglied Hajo Fickus Dichterkommentare zum Lesen bei. Ob man Bücher nasche, verschlinge oder kaue und verdaue: „Die Lektüre ist ein anarchischer Akt.“ Zwischen allen Rückblicken lag der Festvortrag von Rolf Waldvogel, ehemaliger Feuilletonchef der Schwäbischen Zeitung und jetzt bekannt durch seine wöchentlichen Sprachglossen auf der Kulturseite. Der studierte Neuphilologe hat nichts gegen die englische Sprache, doch er wehrt sich dagegen, dass sie die deutsche Sprache zunehmend vereinnahmt. Während das Englische in der Geschäftskorrespondenz oder Fachliteratur schon zur Springflut werde, sei die Englisch-Hörigkeit der PR-Branche ein besonderes Ärgernis: „Die Bürger werden ihrer eigenen Sprache entwöhnt und in undemokratischer Unmündigkeit gehalten.“ Eine Gefahr für die deutsche Sprache liege auch in der verunglückten Rechtschreibreform, in den Medien, in der Computerwelt mit ihrer „Rumpfsprache“ und fehlenden Orthografie: „Schließlich schludern alle.“ Man spürte, dass Waldvogel die Entwicklung der Muttersprache ein Herzensanliegen war. Vielen sprach er aus dem Herzen. Waldvogels Festrede und der Rückblick auf die letzten 25 Jahre sind im kleinen Jubiläumsband „Seiten Zeiten“ nachzulesen.

Erschienen am 17. November 2017 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang.

Foto zur Meldung: Signatur feiert Jubiläum
Foto: • Thomas Stauber (von links), Rolf Waldvogel, Manfred Hagel, Ingrid Koch, Bürgermeister Bruno Walter, Angelika Banzhaf, Hajo Fickus und Jürgen Strohmaier feiern die Geburtstagsparty von „Signatur“. Foto: Helmut Voith

Hauptversammlung am 4. April 2017

(04.04.2017)

Signatur-Jubiläum: Rolf Waldvogel ist Gastredner

Gründungsmitglieder werden bei der Hauptversammlung am 4. April geehrt

Von Roswitha Stumpp

 

Tettnang - Bei der am 4. April 2017 stattgefundenen Hauptversammlung des literarischen Vereins Signatur im Hotel Ritter in Tettnang hat Vorsitzende Angelika Banzhaf auf das 25-Jährige Bestehen des Vereins geblickt.

Herausragendstes Ereignis wird am 19. Oktober 2017 in der Volksbank Tettnang die Jubiläumsveranstaltung sein. Hierfür konnte als Gastredner Rolf Waldvogel, ehemaliger Kulturchef der Schwäbischen Zeitung und bekannt durch seine regelmäßigen Sprachplaudereien in der SZ, gewonnen werden.

Rück- und Ausblick

Im Rückblick auf 2016 berichtete Angelika Banzhaf über die Lesung von sechs Signatur-Autoren mit dem Thema „Das Eigene und das Fremde“ im Januar in der Volksbank Tettnang. Es war ein sehr gelungener Abend mit voll besetztem Haus. Bereits im April hatte die traditionelle „April-April“-Lesung im Gasthof Ritter in Laimnau stattgefunden und erstmals war Signatur mit sechs Autoren beim Literaturherbst zum Thema „Unterwegs“ in Friedrichshafen vertreten gewesen.

Wichtigstes Ereignis 2016, so die Vorsitzende, sei die Verleihung des 7. Förderpreises von Signatur am 22. Oktober in der Volksbank Tettnang gewesen, wobei diese auch das Preisgeld von 1.000 Euro gesponsert hatte. Lorenz Göser, Mitglied der Jury erläuterte an dem Abend, dass das Thema „Aus den Fugen! Aus den Fugen?“ etwa 80 Autoren animiert hatte Texte einzusenden, wobei erstmals Online-Einsendungen möglich gewesen waren, was auch von den Autoren gut angenommen wurde. Die Abstimmung des Publikums über die drei Siegertexte, die von den Autoren selbst vorgetragen wurden, sei, so Banzhaf, ein Kopf-an-Kopf-Rennen gewesen. Mit nur einer einzigen Stimme Vorsprung hatte Jenny Griebel den ersten, Dirk Wittman den zweiten und Esther Kippe den dritten Platz erreicht.

Den Abschluss des Jahres 2016 machten wieder, wie bereits in den Vorjahren, die Krippentexte als Begleitung für den Tettnanger Krippenweg.

Den Auftakt 2017 bildete im Januar der 50. Treff des von Heinz Lieber gegründeten, zu Signatur gehörenden, Forums „Textabend-Abendtexte“ im Hotel Bären mit vielfältigen Beiträgen. Ebenfalls von der Abendtexte-Gruppe wurde die April-April-Lesung mit heiteren Texten von fünf Autoren im Gasthof Ritter in Laimnau gestaltet. Heinz Lieber fügte hinzu, dass sich die Autoren dieser Gruppe weiterhin einmal im Monat im Hotel Bären in Tettnang treffen. Den Abschluss des Jahres werden, wie gewohnt, wieder die Krippentexte machen.

Vorbildlich geführte Kasse

Anschließend gab die Kassiererin Anita Wilhelm einen Überblick über die Finanzen des Vereins. Die Kassenlage sei erfreulich solide. Die Kassenprüfer Heinz Lieber und Roswitha Stumpp bescheinigten Anita Wilhelm eine vorbildliche Arbeit. Es erfolgte die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erteilt wurde.

Satzungsänderung

Der nächste Tagesordnungspunkt betraf die Satzungsänderung des Vereins, wobei es in erster Linie um die Sitzverlegung des Vereins (bisher in Lindau) nach Tettnang ging, was auch bedeutet, dass das Vermögen des Vereins bei Auflösung oder Aufhebung an die Stadt Tettnang fällt, die dieses ausschließlich für Zwecke der Kulturförderung zu verwenden hat. Sämtliche Satzungsänderungen wurden einstimmig angenommen.

Ehrung Gründungsmitglieder

Angelika Banzhaf, die den Vorsitz von Signatur seit 2002 innehat, bedankte sich, gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden, Ingrid Koch, bei den anwesenden Gründungsmitgliedern Manfred Hagel, Gisela und Peter Schlossarek und Barbara Krämer-Kubas, mit einem kleinen Präsent für ihre geleistete Arbeit und die vielen Stunden, die sie für den Verein eingebracht hätten. Gern erinnert sie sich an die ungewöhnlichen, individuellen, heiteren aber auch manchmal provozierenden Auftritte, die von den Gründungsmitgliedern organisiert worden waren. „Wir holen Texte ans Licht“ – dieser damals geprägte Satz habe bis heute Bestand und sei gleichsam ein roter Faden, auch für die Zukunft von Signatur.

Rückblick von Manfred Hagel

Manfred Hagel aus Lindau, der Signatur im März 1992 gegründet hatte und erster Vorsitzender des Vereins war, berichtete in einem kurzen Rückblick über die vor 25 Jahren vollkommen andere Situation. Es sei damals wesentlich schwieriger gewesen einen Text aufs Papier oder gar an einen Verlag zu bringen.

Das Ziel des Vereins sei es gewesen, Autoren aus der gesamten Region, vor allem auch grenzüberschreitend, zusammenzuführen, was durch Schreibaufrufe, Auftritte und Veranstaltungen gut gelungen sei. Er wünschte dem Verein viel Glück für die Zukunft.

Abschließend kam noch die Literatur zu Wort. Lorenz Göser las aus dem Vorwort seines von ihm und Elmar L. Kuhn verfassten Buches zu Martin Walsers 90. Geburtstag: „Nirgends wär‘ ich lieber als hier“.

 

Roswitha Stumpp

  

Foto zur Meldung: Hauptversammlung am 4. April 2017
Foto: Ehrungen bei der Hauptversammlung: Die erste Vorsitzende Angelika Banzhaf (links) und die zweite Vorsitzende Ingrid Koch (rechts) danken den Gründungsmitgliedern (von links) Barbara Krämer-Kubas, Peter und Gisela Schlossarek und Manfred Hagel.

Lesung „April - April“ der Signatur-Autorenrunde „Textabend-Abendtexte“ in Laimnau

(02.04.2017)

Wenn Eichhörnchen Diättipps geben

 

Lesung „April - April“ der Signatur-Autorenrunde „Textabend-Abendtexte“ am 2. April in Laimnau

 

 

Von Wolfgang Mach

 

Laimnau - „April – April“, ist der bekannte Titel der inzwischen zur Tradition gewordenen Literaturveranstaltung im Landgasthof „Zum Ritter“ in Laimnau. Am 2. April lauschten auch heuer viele Gäste den Worten der fünf auftretenden Autoren der Signatur-Autorenrunde „Textabend-Abendtexte“.

Bereits der Titel „April – April“ lässt Raum für phantasievolle Fragen. Ist mit ihm der fast 400 Jahre alte Brauch gemeint, bei dem am 1. April Mitmenschen durch erfundene, erlogene Geschichten zum Narren gehalten werden oder nimmt er Bezug auf die erste Zeile des berühmten Gedichtes von Heinrich Seidel mit „April, April, der weiß nicht was er will?“

 

Bei der Lesung der Autorenrunde der literarischen Vereinigung Signatur „Textabend-Abendtexte“ war es zwar mit dem Aprilscherz ohnehin vorbei. Nichts destotrotz wurde bei der Lesung jedoch einiges Scherzhafte geboten.

Autorin Beate F. Kamenisch aus Friedrichshafen, die mehrfach im Ausland lebte und auch als Dozentin für Deutsch und Literatur tätig war, zeigte, wie grandios sie sich in der Welt der Tiere bewegen kann; literarisch ging sie immer wieder auf die „Pirsch“. Geradezu fabelhaft kamen bei ihr kleine Tiere ganz groß raus, Ameisen genauso wie Motten. Aber es tanzten auch Bären Ballett, Eichhörnchen gaben Diättipps und eine Zwiebel träumte von einer Bildungsreise nach Bali und Bangkok.

Margrit Wolff aus Tettnang, die seit ihrem zwölften Lebensjahr Geschichten und Gedichte schreibt, erzählte von „Liebe auf den ersten Zusammenstoß“, von Albert Einstein mit blondierter Locke, und wie er Eva im Supermarkt anmachte. Eva nannte ihn Einstein weil er so aussah, in Wirklichkeit hieß er Martin. Er war so einsam, dass abends die Einsamkeit auf seinem Sofa Platz nahm. Nach einem Rollator Rennen im Supermarkt konnte Martin aber dann doch nicht mit zu Eva ins Altersheim kommen.

Für Poesie in seiner besten Form stand Ottmar Meschenmoser aus Ravensburg. Brillant jonglierte er mit Worten, arrangierte sie zu trefflichen Reimen, die, zumeist tiefsinnig, aber auch launig, und wenn es sein musste, im schwäbischen Dialekt, geschrieben waren und von ihm rezitiert wurden. Mit „Dui do ond die sell“ erzählte er im besten Schwäbisch Geschichten aus dem Alltag.

 

Lesung mit Augenzwinkern

 

Autor Manfred E. Aumiller, in Friedrichshafen geboren, lebt abwechselnd in Tettnang und Korsika. Nach seiner Phase literarischen Experimentierens beschrieb er stille Gefühle und zitierte in Laimnau unter anderem sein Gedicht „April“.

Dann war da noch Lyriker Wolfgang Mach aus Bad Waldsee. Er ist nicht gerade bekannt für das heitere Genre, eher für so manche surreale Sprachexperimente, die aber meistens mit einem Augenzwinkern daherkommen. Bei der Lesung am Sonntag brachte er aus seinem Repertoire einige „schmunzelnde“ Ungereimtheiten ans Licht.

Zwischen den Lesungen gab es musikalische Schmankerl, dargeboten von Katrin Bünger mit ihrer Violine und von Fritz Hittinger mit seinem Akkordeon.

Gekonnt moderiert wurde der Nachmittag von Heinz Lieber aus Weingarten, Mitglied im Beirat der literarischen Vereinigung Signatur.

Foto zur Meldung: Lesung „April - April“ der Signatur-Autorenrunde „Textabend-Abendtexte“ in Laimnau
Foto: Einen unterhaltsamen „April-April“-Nachmittag haben geboten (von links): Heinz Lieber, Manfred Aumiller, Katrin Bünger (Violine) Margrit Wolff, Fritz Hittinger (Akkordeon), Beate Kamenisch, Ottmar Meschenmoser, Wolfgang Mach.

Literarische Zitronen und Himbeergötterspeise

(14.03.2017)

Literarische Zitronen und Himbeergötterspeise

 

Von Wolfgang Mach

 

Weingarten - Im zitronengelben Kleid, zwei Zitronen auf dem kleinen Tisch, die Gitarre unterm Arm - das war wie ein Stillleben am Freitagabend, 3. März 2017, in der Weingartner Kultur Bar Impuls. Gundula Steinmann, die Lieder- und Textschreiberin aus Ebenweiler/Altshausen eröffnete den literarisch-musikalischen Abend der Signatur-Autorenrunde mit einem Song über die Zitrusfrüchte. Zuvor hatte Heinz Lieber, Initiator dieses Leseabends, die zahlreichen Literaturfreude begrüßt und seine Mitautoren vorgestellt.

 

Gesina Hünicke aus Tettnang, die einen großen Teil ihres Lebens in Brandenburg verbrachte, erfreute die Zuhörer mit der Geschichte „Ich kann schon Grüß Gott sagen“. Bei  einem Berlinbesuch stellte sie erstaunt fest, dass sie, nachdem sie „ihrer Zunge freien Lauf ließ“, auch in Berlin „Grüß Gott“ sagte. Eine brillant erzählte deutsch-deutsche Sprach-Migrationskomödie. Später erfreute die Autorin  mit ihrer Erzählung über "Annika".

Bianca M. Schenk aus Lindau schilderte einen Italienurlaub, wobei der Hauptprotagonist mit wenigen „golddurchwirkten“ Brocken italienisch glänzen wollte, dabei aber jämmerlich zwischen einem Mord an einem Pfau, tanzenden Glühwürmchen und dem "sprechenden Wind im Laub" strauchelte. Im zweiten Teil las sie eine Episode aus ihrem Buch „Das Leben der Else H", einem Zeitzeugnis nach Tagebuchaufzeichnungen ihrer Mutter - mit schlimmen Erlebnissen auf der Flucht und bei der Vertreibung zu Ende des Zweiten Weltkrieges.  

Der Lyriker Wolfgang Mach aus Bad Waldsee gewährte einen Einblick in seine Gedichte, die sich, von romantisch- melancholischen Träumereien über surreal, ironische Verse, zu leidenschaftlich-erotischen Flirts und gesellschaftspolitischen Gedanken in seiner ungereimten Lyrik sehr poetisch zeigten.  

Souverän führte Heinz Lieber aus Weingarten, Mitglied der literarischen Vereinigung Signatur in Tettnang, und Gründer des Forums „Textabend – Abendtexte“, durch den literarisch- musikalischen Abend. Er ließ es sich nicht nehmen, selbst noch seine "Spagetthi Geschichte", in der auch von Gnocchi die Rede ist, zu lesen.

Der gut besuchte Abend endete mit Gitarrenklängen der Liedermacherin Gundula Steinmann und ihrem Song von der zauberhaften Himbeergötterspeise.

 

Info: Die offene Autorenrunde „Textabend – Abendtexte“ trifft sich einmal im Monat im Hotel "Bären" in Tettnang. Mehr hierzu bei Heinz Lieber, Telefon 0751/58163, und unter www.signatur-literatur.de

 

Der Text würde veröffentlicht am  Freitag, 10. März  2017, in "Weingarten im Blick", Ausgabe 9/2017.

Foto zur Meldung: Literarische Zitronen und Himbeergötterspeise
Foto: In der Weingartner Kultur Bar Impuls begeistern Autoren das Publikum. Foto: Wolfgang Mach

Literatur zwischen Hamlet und Hammel

(30.01.2017)

Literatur zwischen Hamlet und Hammel

50. Textabend: Kleines Jubiläum für das Forum innerhalb von Signatur

 

Tettnang (wm) „Textabend – Abendtexte“, das von Heinz Lieber gegründete Forum innerhalb der literarischen Vereinigung Signatur hat jüngst zum 50. Male in Tettnang im Hotel Bären stattgefunden.

 

Einmal im Monat treffen sich ein gutes Dutzend schreibfreudiger Autoren, Hobbyschriftsteller und Literaturfreunde, um die eigenen Texte vorzutragen und um sich gegenseitig Anregungen zu geben. Jetzt am Mittwoch – beim 50. Treffen – war es ein wenig anders als sonst. Heinz Lieber, der die Abende moderiert, überraschte seine Literaturfreunde mit einem Sektempfang. Er selbst freute sich über den Besuch der Vorstandsmitglieder von Signatur, Angelika Banzhaf und Lorenz Göser. Die Vorsitzende Angelika Banzhaf würdigte in ihrer Rede die Initiative, denn „was im Jahr 2011 von Heinz Lieber ins Leben gerufen wurde, erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit“.

Von den Mitgliedern „Textabend – Abendtexte“ wurde dem Moderator ein Buch mit dem hinterlistigen Titel „Mach dieses Buch fertig“ geschenkt und falls sich dabei mal die berüchtigte „Schreibblockade“ einstellen sollte, gab es gleich noch eine Flasche Rotwein dazu.

Heinz Lieber gab dann noch zwei Termine und Orte für Lesungen der Teilnehmer bekannt – am 11. März in der Kultur Bar Impuls in Weingarten und am 2. April die Lesung „April, April“ im „Ritter“ in Laimnau.

Aus dem Kreis der Wortkünstler wurde dann noch ein Konzept für eine eventuelle Anthologie vorgestellt, die in diesem Jahr erscheinen sollte. Danach konnten die Literaturfreunde endlich aus ihren Werken rezitieren. Wie meistens machte der Lyriker Ottmar Meschenmoser aus Ravensburg den Anfang. Mit seinem Gedicht „Auf kalten Sternenpfaden“ nahm er sich die aktuelle Kälte in vollendeter lyrischer Sprache zum Thema. Rita Schade erzählte in ihrer Kurzgeschichte „Statt Bett“ vom Traum eines eigenen Bettes. „Konkurrenz“ lautete der Titel des Gedichtes von Manfred Aumiller, das von Affen in jeglicher Form humorvoll verstohlen daher kam. Zwei kurze Gedichte von Beate Kamenisch aus dem Reich der Tiere mit den Titeln „Das Testament“ und „Karneval der Tiere“ waren ziemlich heiter, zumal auch Motten in einem Todesfall alles bestens geregelt haben wollen.

„Behindert – Nichtbehindert“

 

Der Jüngste in dem Kreis mit 16 Jahren ist Johannes Kinzler, der eine Geschichte vorlas, die er bei einem Schreibwettbewerb eingereicht hat und mit der er unter die ersten 30 gekommen ist. „An den Jungen mit eisernem Willen“ hieß seine Geschichte und erzählte von Hitlerjungen, einem SS-Offizier, vielen Wiedersprüchen, Differenzen mit den Eltern und hinterließ einen tief bewegenden Eindruck. Gertrud Braun las aus ihrem Werk „Plädoyer für die Musik“, das sich launig und vergnügt zeigte. Ein kurdischer Fugenfachmann hat den Unterschied zwischen Hammel und Hamlet nicht richtig verstanden; kurios und einfach amüsant die Geschichte von Margrit Wolff. Gesina Hünickes Geschichte „Behindert – Nichtbehindert“ ließ anhand Kevins Taten oder Nichttaten die Frage offen, wer eigentlich behindert ist. Eyke Barbara Köhler las ihren Text vor, den sie zu einem eigenen abstrakten Bild geschrieben hat. „Der Frieden ist eine Schnecke“ korrespondiert in brillanter Weise mit den gemalten Werk. Ein poetisches Frösteln gab es bei Bianca M. Schenk, weil sie die kalte Jahreszeit zu einem Gedicht inspiriert hat mit dem Titel „Winterzeit“.

 

 

„Das Mörderhaus“, eine undurchsichtige Beziehungsgeschichte mit doppelter Weiblichkeit, Eifersucht und langen Beinen, einer fast surreal anmutenden Atmosphäre, ließ Raum für fantastische und kriminelle Gedankenspielereien. Diemut M. Bek spielte virtuos auf der Klaviatur von schicksalhaften dunkel gefärbten Traumszenarien.

Berührende Twitternachricht

 

Wolfgang Mach nahm sich der Twitternachricht vom 13. Dezember 2016 der siebenjährigen Bana Alabed aus Aleppo an. Sie twitterte: „Dies ist mein letzter Moment, in dem ich lebe oder sterbe.“ Sein Gedicht lautete „Verlorene Morgenröte“. Den literarischen Abschluss machte Ottmar Meschenmoser mit seinem Gedicht „Postfaktisch“.

 

Text: Wolfgang Mach, erschienen am 30.1.2017, Schwäbische Zeitung Tettnang

Foto zur Meldung: Literatur zwischen Hamlet und Hammel
Foto: Gemeinsam feiert die Textabend-Autorenrunde der literarischen Vereinigung Signatur am Mittwoch das 50. Treffen. Lobende Worte hierfür gibt es für und von Moderator Heinz Lieber (Vierter von links). Foto:Angelika Banzhaf

Förderpreis: Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der Sieger

(19.10.2016)

7. Förderpreis von Signatur in der Volksbank verliehen – Jenny Griebel belegt den ersten Platz, Dirk Wittmann den zweiten und Esther Kippe den dritten

Von Christel Voith

 

Tettnang Zum siebten Mal sind am Donnerstagabend, 22. Oktober 2016, in der Volksbank Tettnang die Förderpreise der Literarischen Vereinigung „Signatur“ verliehen worden. Seit 2004 schreibt „Signatur“ alle zwei Jahre einen Förderpreis für Autoren aus der Bodenseeregion, Oberschwaben und dem Allgäu aus, mit im Boot ist die Volksbank Tettnang, die zur Preisverleihung in ihren Marktplatz einlädt und das Preisgeld für die drei Erstplatzierten in Höhe von 500, 300 und 200 Euro sponsert.

80 Bewerber haben Texte, die noch nirgends veröffentlicht sein dürfen, eingereicht – keine leichte Aufgabe für die Jury, wie Lorenz Göser im Namen seiner Kollegen berichtete, denn jeder von ihnen habe alle 80 gelesen, „mit Reaktionen von begeistert bis na ja“. Immer wieder erstaune die große Bandbreite, die das gestellte Thema hervorbringe. Hamlets Klage „Die Zeit ist aus den Fugen“ hatte Signatur zum 400. Todestag Shakespeares zum Thema „Aus den Fugen! Aus den Fugen?“ inspiriert. Viel Privates, Krankheiten und Schicksalsschläge, auch Tabus aus dem Klinikalltag seien unter den Einsendungen gewesen, aber auch Heiteres, Humorvolles.

Die zwölf Besten haben die Juroren herausgefiltert und Kostproben davon vorgestellt, dann waren die Zuhörer im vollen Marktplatz der Volksbank aufgefordert, mit Stimmzetteln die Reihenfolge der drei Finalisten festzulegen.

Vorstand Jürgen Strohmaier freute sich in seiner Begrüßung über die vielen positiven Rückmeldungen zu der zum siebten Mal ausgelobten Veranstaltung und versicherte, dass die Bank die Förderung von Kultur und Sport gerne wahrnehme. In Vertretung des Bürgermeisters stellte Sylvia Zwisler fest: „Signatur ist nicht aus den Fugen, sondern auf bemerkenswerter Erfolgsbahn.“

Signatur-Vorsitzende Angelika Banzhaf blickte zurück auf die vergangenen 18 Preisträger, dankte der Volksbank, die die Vereinigung in jeglicher Form unterstütze, und stellte die Finalisten vor. Nach kurzen Auszügen aus Beiträgen der Autoren auf Rang vier bis zwölf stellten „Jury-Paten“ die drei Sieger vor. Hajo Fickus sah im Beitrag „Momente“ der 18-jährigen Abiturientin Jenny Griebel aus Lindau einen kunstvoll komponierten Text einer Lyrikerin, die in fragmentierter Sprache über die Bruchstücke der Welt schreibe, mit Worten, die „nach innen Widerhaken tragen“. „Wir sind kein erneuerbarer Rohstoff“, schloss die Autorin ihre Lesung.

Jury-Patin Monika Schüler stellte die Journalistin Esther Kippe aus Kreuzlingen und ihren Beitrag „Ausgeschränkt“ vor: eine humorvolle, ins Groteske gesteigerte Geschichte in der Nachfolge von Peter Bichsel über den Versuch einer Frau, aus ihrem eingeschränkten Alltag auszubrechen.

Eine Stimme entscheidet

Zuletzt stellte Siegrid Hülsen-Schubert den Markdorfer Lehrer Dirk Wittmann und seinen Beitrag „Alec“ vor, eine sensible Erzählung, wie ein Inzest zum Suizid des Protagonisten führt. Sehr dezent beschreibt Wittmann die einmalige Entgleisung, die das Leben dreier Geschwister völlig verändert, für sie die Welt aus den Fugen hebt.

Die Zuhörer waren aufgefordert, ihre Stimme für einen der drei abzugeben. Nach der Auszählung berichtete Angelika Banzhaf, noch sichtlich aufgeregt: „Noch gar nie war die Auszählung so eng wie heute, im Prinzip haben wir drei erste Plätze, eine einzige Stimme hat entschieden.“ Den dritten Platz erreichte Esther Kippe, den zweiten Dirk Wittmann, den ersten Platz Jenny Griebel. Eine Reihenfolge, über die bei Signatur nicht die Jury, sondern das Publikum entscheidet. Nach der Überreichung von Blumen und Schecks durch man noch einmal die atmosphärische Musik von Andrea Rehm, Martin Giebel und ihrem Sohn Adrian genießen. (Erschienen am 22.10.2016 in der Schwäbichen Zeitung Tettnang)

Foto zur Meldung: Förderpreis: Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der Sieger
Foto: Gratulanten und Gewinner (v.li.): Thomas Stauber, Jenny Griebel, Dirk Wittmann, Jürgen Strohmaier, Esther Kippe, Angelika Banzhaf. Foto: Helmut Voith

Lesung beim Literaturherbst Friedrichshafen

(15.10.2016)

„Nur wer unterwegs ist, kann nach Hause zurückkehren“

Sechs Signatur-Autoren lesen beim Literaturherbst in der Bodenseebibliothek über „Das Eigene und das Fremde“

 

Von Afghanistan über Griechenland und Italien hat sich der literarisch-geografische Bogen von Lorenz Göser, Rea Revekka Poulharidou, Rolf Maier, Ingrid Koch, Roswitha Stumpp und Hajo Fickus am 15. Oktober 2016  in der Bodenseebibliothek Friedrichshafen gespannt. Im Rahmen des Literarturherbstes Friedrichshafen lasen die Signatur-Autoren Texte zum Thema „Unterwegs - Das Eigene und das Fremde“.

 

„Nur wer unterwegs ist, kann auch nach Hause zurückkehren“, gab Rolf Maier in seinem Werk „Unsichtbar“ den Zuhörern mit auf den Weg. In ihm erzählte der Wangener einfühlsam von einem jungen Studenten, der nach Florenz fuhr, um dort festzustellen, dass ihn die Menschen nicht wahrnehmen. Erst die hübsche Serena und die Anziehungskraft von Michelangelos David halfen ihm zu mehr Selbstbewusstsein.

 

 

Ganz anders, nämlich mit tödlichem Ausgang, endete die Reise eines Mannes, dessen Geschichte Hajo Fickus aus Wangen mit Gänsehautfeeling vortrug. Anstatt mit seinem Auto nach Hause zu fahren, folgte der Mann einer fremden Stimme, die ihn so manipulierte, dass er letztendlich in den Tod raste. Spontan ins Programm genommen hatte Fickus – anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises – eine Hommage an Bob Dylan, die Sängerin Kerstin Hesse und Gitarrist W.D. Beck von JamDoo mit dem Klassiker „Blowin in The Wind“ untermalten.

 

Einmal Fremde und zurück

 

Welche Folgen es hat, wenn eine Jacke nach einer Veranstaltung vertauscht wird, hat die Tettnanger Mundartkünstlerin Ingrid Koch am eigenen Leib erfahren. Lorenz Göser aus Kressbronn fesselte mit seinen Erzählungen von seiner Zeit als Entwicklungshelfer in Afghanistan. Sensibel beschrieb die Deutsch-Griechin Rea Revekka Poulharidou (Friedrichshafen) die Gefühlswelt der jungen Eleni, die in Deutschland aufgewachsen ist und zum ersten Mal ihre Großeltern in Griechenland besuchte. Den Bogen von der Fremde zurück nach Tettnang schlug Roswitha Stumpp aus Tettnang, als sie lebendig schilderte, wie sie vor 20 Jahren zum ersten Mal in die Montfortstadt kam. Angetan sei sie gewesen von den kleinen Läden und netten Gesprächen, so Stumpp, aber auch vor den Kopf gestoßen, als man sie als „Wüstgläubige“ sah - und sie somit zu einer Minderheit gehörte.

 

Sechs Autoren der literarischen Vereinigung Signatur haben in der Bodenseebibliothek gelesen. Begleitet wurden sie musikalisch von JamDoo. Von links, stehend:W.D. Beck und Kerstin Hesse und (JamDoo), Hajo Fickus, Roswitha Stumpp, Rolf Maier und Ingrid Koch. Vorne sitzend, von links: Lorenz Göser, Rea Revekka Poulharidou und Bibliotheksleiterin Ulrike Siegmund. Foto:Angelika Banzhaf

Foto zur Meldung: Lesung beim Literaturherbst Friedrichshafen
Foto: Sechs Autoren der literarischen Vereinigung Signatur haben in der Bodenseebibliothek gelesen. Begleitet wurden sie musikalisch von JamDoo. Von links, stehend:W.D. Beck und Kerstin Hesse und (JamDoo), Hajo Fickus, Roswitha Stumpp, Rolf Maier und Ingrid Koc

"April April " Lesung im Ritter in Laimnau am 22. 4. 2016

(26.04.2016)

Schwabendiät und ein Kamel im Garten

 

„April, April“-Lesung bringt abwechslungsreiche Unterhaltung für die Zuhörer

 

Von Helga Müller

 

Laimnau  - Launig und abwechslungsreich haben die Autoren von „Textabend-Abendtexte“ bei der „April, April“-Lesung der literarischen Vereinigung Signatur im „Ritter“ in Laimnau Geschichten, Gedichte und Fabeln gelesen.

Viele Gäste lauschten aufmerksam den Lyrikern und Erzählern, ebenso dem jungen Pianisten Theo Frankenhauser, der zwischen den Lesungsteilen die musikalischen Töne erklingen ließ.

Ein Kamel im Garten? Das erzeugte Aufregung, das klang wahrlich nach einem Aprilscherz. Bei Autorin Margrit Wolff handelte es sich eher um ein humorvolles Drama. Dass sie das Kamel mit dem Namen des Nachbarn betitelte, sorgte für ein Missverständnis, als sie den „Herbert“ ins Gebüsch locken wollte. Letztendlich spannte sie den Dramabogen, warf ein rotverschmiertes Messer ins Spiel, ein Aufgebot von Nervenarzt und Polizei sorgten für Tumult, bis eine durchtrainierte Rambofrau das entlaufene Kamel endlich aus dem Garten entfernte.

Frei nach Heinz Erhardt resümierte die Lindauerin Bianca M. Schenk in Reimform über das kindliche Gebrumm einer Stubenfliege, die neugierig ein silbriges Etwas erkundet. „….sie kann sich doch nicht mehr befrei’n, aus diesem feinen Netzgefüge, und aus ist’s mit der kleinen Fliege“, so die Konsequenz. Wie geschickt Beate F. Kamenisch aus Friedrichshafen ihre menschelnden Tiergeschichten fabulierte, erfuhren die Zuhörer in einer kleinen Reihe. „Erfolgsgeschichte“ hieß der Titel, als eine Ratte ihr Kind in Watte packte, es von allem Schmutz fernhielt und der feine Rattenmann schließlich im Labor endete, weil seine Mutter Großes mit ihm vorhatte.

 

Übers „Heba“ und „Lubfa“

 

Wenn eine Österreicherin im Schwabenland aufgewachsen ist, dann darf sie sich über die Eigenheiten der Schwaben freche Gedanken machen. Helga R. Müller aus Tettnang machte aus ihrem Herzen keine Mördergrube und lobte den schwäbischen Erwebssinn und Tüftlerdrang. Sie amüsierte sich mit dem Publikum über den berühmten Geiz. Nicht zu kurz kamen auch die schwäbische Uhrzeit, die kein Fremder versteht, und der ausdrückliche Unterschied zwischen „heba“ und „lubfa.“

Die männliche Verstärkung in der Autorenrunde war Ottmar Meschenmoser aus Ravensburg. Der Lyriker reimte sich schwäbisch durch „d’Faschdediät“ und blickte schnippisch auf teure Diätmittel, die reichlich Kohle kosten, Erfolg versprechen und sogar die Wampe schmelzen lassen, wenn man auf Schnitzel, Speck und Spätzle verzichtet. Doch kaum steht Ostern vor der Türe, „sieht mer sei Chrischdapflicht erfüllt. Bald scho erinnert di die Woog, dass d’r da Ranza wieder g’chwillt.“

Wie rasch zwei Stunden vergehen, wenn gespannt gelauscht und gelacht werden darf.

Dafür sprach Roswitha Stumpp als Vertreterin des erkrankten Moderators Heinz Lieber allen Autoren ihr Lob aus – und bedankte sich bei den Gastgebern vom „Ritter“.

Foto zur Meldung: "April April " Lesung im Ritter in Laimnau am 22. 4. 2016
Foto: von links: Roswitha Stumpp, Helga R. Müller, Beate F. Kamenisch, Margrit Wolff, Beanca M. Schenk, Ottmar Moschenmooser und Pianist der Musikwerkstatt Tettnang – Theo Frankenhauser.

Hauptversammlung am 7. April 2016

(09.04.2016)

Lesungen, Förderpreis, Hopfenwandertag

 

Literarische Vereinigung Signatur Tettnang hat in diesem Jahr einiges vor

 

Von Roswitha Stumpp

 

Tettnang - In der Hauptversammlung der literarischen Vereinigung Signatur am 7. April 2016  im Gasthof Bären hat Vorsitzende Angelika Banzhaf die Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren lassen. Die Wahlen brachten kleinere personelle Veränderungen.

In ihrem Rückblick erinnerte Angelika Banzhaf unter anderem an die „April, April“-Lesung in Laimnau, die „Textabend-Abendtexte“-Veranstaltungen und die Mitarbeit beim Tettnanger Krippenweg. Die ursprünglich im Herbst 2015 geplante und auf Januar 2016 verschobene Lesung „Das Eigene und das Fremde“ von Signatur-Mitgliedern und Preisträgern in der Volksbank Tettnang sei sehr erfolgreich und sehr gut besucht gewesen, stellte Banzhaf fest. Auch in diesem Jahr wird es eine „April-April“-Lesung geben – und zwar am Sonntag, 24. April, im „Ritter“ in Laimnau. Die Autorenrunde der „Textabend-Abendtexte“-Gruppe von Signatur unter der Leitung von Heinz Lieber stellt die Lesung unter den Titel „Heiteres, Freches, Schnippisches“.

Das wichtigste Ereignis von Signatur für das Jahr 2016 ist der zum siebten Mal ausgeschriebene Förderpreis für Literatur. Dazu hat sich Signatur anlässlich des 400. Todestages Shakespeares von Hamlets Klage „Die Zeit ist aus den Fugen“ inspirieren lassen. Das Thema lautet: „Aus den Fugen! Aus den Fugen?“ Einsendeschluss ist der 30. Juni 2016. Die Preisverleihung wird auf dem Marktplatz der Volksbank Tettnang im Oktober stattfinden, wozu bereits jetzt alle Literaturfreunde eingeladen sind. Die Zuhörer können dabei entscheidend mitwirken, denn sie bestimmen die Reihenfolge der Preisträger durch ihre Abstimmung.

Geplant für dieses Jahr ist zudem die Teilnahme am Hopfenwandertag im August. Voraussichtlich wird Signatur mit einer kleinen Lesung dabei sein. Ebenfalls geplant ist die Teilnahme beim Literaturherbst in Friedrichshafen. Des Weiteren will Signatur den Krippenweg mit Lyrik begleiten.

 

Solide Kassenlage

 

Nach dem Rück- und Ausblick berichtete die wiedergewählte Kassiererin Anita Wilhelm über eine erfreulich solide Kassenlage. Die ebenfalls wiedergewählten Kassenprüfer Heinz Lieber und Roswitha Stumpp bescheinigten ihr eine hervorragende Arbeit. Bei den Wahlen wurde außerdem Ingrid Koch als stellvertretende Vorsitzende und die Jury-Mitglieder Hajo Fickus, Sigrid Hülsen-Schubert und Lorenz Göser in ihren Ämtern bestätigt. Als neues Jury-Mitglied durfte Monika Schüler aus Wangen begrüßt werden. Beirat wurden Heinz Lieber und Wolfgang Mach, der ebenfalls neu in der Gruppe ist.

Angelika Banzhaf bedankte sich bei allen Mitwirkenden für die gute und harmonische Zusammenarbeit und überreichte Lorenz Göser für 15-jährige, Hajo Fickus und Sigrid Hülsen-Schubert für je zwölfjährige und Anita Wilhelm für zehnjährige Mitarbeit ein kleines Präsent.

An den offiziellen Teil schloss sich eine Lesung von Maria Morandell aus Langenargen an. Die Autorin ist fast von Anfang an, seit 1993, Mitglied bei Signatur und las mit sichtlichem Vergnügen einige besinnlich-heitere, schwäbische Mundarttexte. Da ging es etwa um Gedanken zum Frühling auf dem Bänkle vorm Haus, über Löcher in den Bauch fragende Kinder, über einen etwas eigenwilligen Rhabarberanbau sowie die Freuden und Leiden von Mitmenschen, die ihr Leben nach dem Mondkalender richten. Die Zuhörer genossen den Vortrag und dankten mit Applaus.

 

(Erschienen am  10. April in der Schwäbischen Zeitung Tettnang)

Foto zur Meldung: Hauptversammlung am 7. April 2016
Foto: von links stehend: Lorenz Göser, Angelika Banzhaf, Hajo Fickus, Heinz Lieber, Roswitha Stumpp, Ingrid Koch, Monika Schüler. Sitzend (von links): Wolfgang Mach, Anita Wilhelm und Sigrid Hülsen-Schubert. Foto: Helga Müller

Collihündin „Sex“ lässt kein Auge trocken

(26.02.2016)

Signatur-Textabend bietet einmal im Monat Autoren ein offenes Forum

 

Tettnang sz - Sie kommen aus Tettnang und einem Umkreis von 30 Kilometern und haben alle etwas gemeinsam: Sie schreiben eigene Texte und wollen sie in beschaulicher Runde vortragen. Bereits zum 47. Mal haben sie hierzu das Signatur-Forum „Textabend“ genutzt.

„Eigentlich schreibe ich gar keine lustigen Texte, die liegen mir nicht“, gibt Helga Müller nach ihrer überaus humoristischen Lesung zu. Keiner der zehn Autoren, die am Mittwoch zum Textabend in den Bären gekommen sind, mag ihr das so recht glauben. Hatte die Tettnangerin doch soeben die illustrierte Runde mit ihrer Geschichte über den kleinen Colli, der den Namen „Sex“ trägt, derart erheitert, dass kein Auge trocken blieb.

Die Schreibende ist von Beginn an bei den monatlichen Treffen dabei. „Die Textabende tun mir einfach gut“, gibt sie zu. „Durch sie traue ich mich auch einmal etwas anders anzugehen.“ Die anderen Teilnehmer nicken zustimmend, viele von ihnen haben die selbe Erfahrung gemacht. Die meisten kennen sich schon lange, das schweißt zusammen und schafft Vertrauen. Vertrauen, das vor allem dann wichtig ist, wenn es mit dem Vortragen eines Textes nicht auf Anhieb klappt oder der Beitrag noch etwas unrund ist. Niedergemacht wird deswegen beim Textabend keiner. Im Gegenteil. „Wir sind nicht hier, um den anderen derart zu kritisieren, dass ihm die Lust am Schreiben vergeht“, erklärt Moderator Heinz Lieber. „Wir wollen motivieren.“ Durch den Austausch in der Gruppe und der Tatsache, dass pro Abend über zehn Texte vorgelesen werden, sammelt jeder Erfahrungen. Die dazu beitragen sollen den eigenen Duktus zu verbessern. Gespannt ist der Moderator deshalb jedes Mal, was die Gäste eingepackt haben.

Mitgebracht hat Gesina Hünicke, die neu in der Runde ist, an diesem Abend eine Erzählung. Sie wollte ein Feedback für ihren Text, der von einem Mädchen handelt, dessen Mutter gestorben ist. „Er ist sehr emotional und wunderbar“, lautete das übereinstimmende Urteil.

Gut geschrieben und interessant

Eine Geschichte muss nicht nur gut geschrieben sein, so die Meinung in der Runde. Sie soll auch interessant sein – was von vielen Faktoren abhänge. Der Dadaismus, dem sich Wolfgang Mach gewidmet hatte, ist eine dieser kreativen Schöpfungen. Die von ihm aneinandergereihten Buchstaben wurden zu Neukompositionen und regten zum Nacheifern an. Eine andere Form war die eines Leserbriefs, den Margit Wolf verfasst hatte. Die Gedichte von Ottmar Meschenmoser, der zu den Übergriffen in Köln reimte, zeigten den Umgang mit Aktuellem und die Lyrik von Beate Kamenisch offenbarte, wie hauchzart der Frühling sein kann. Dieter Gleich legte sein Gedanken zu den Menschen offen, Gertrud Braun lud zum Spaziergang an den See ein und Diemut Bek zum Kartenspiel bei Pennern. Jeder Beitrag war eine Bereicherung: Für die Zuhörer, aber auch für die Schreibenden selbst.

Erschienen am 19. Februar 2016 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang

Foto zur Meldung: Collihündin „Sex“ lässt kein Auge trocken
Foto: Ein reger Austausch über die eigenen und fremden Texte machen den Signatur-Textabend lebendig. Am Mittwoch haben sich die Autoren aus Tettnang und Umgebung zum 47. Mal im Bären getroffen. Foto: Angelika Banzhaf

Lesung "Das Eigene und das Fremde" am 14.1.2016

(15.01.2016)

Gedanken über das Eigene und das Fremde

Lesungen des Vereins Signatur am 14.1.2016 in der Volksbank Tettnang treffen den Nerv der Zeit

Gedanken über das Eigene und das Fremde

Machen sich Gedanken über das Eigene und das Fremde (von links):  Lorenz Göser, Rea Revekka Poulharidou, Hajo Fickus, Rolf Maier, Roswitha Stumpp und Ingrid Koch. Foto: Helmut Voith

 
Von Helmut Voith
 

Tettnang sz Darauf kann der literarische Verein „Signatur“ mächtig stolz sein: Zeitgleich mit der Podiumsdiskussion der beiden baden-württembergischen Spitzenpolitiker hat sie in der Volksbank Tettnang eine Lesung zum Thema „Das Eigene und das Fremde“ veranstaltet und kein einziger Stuhl im „Marktplatz“ ist frei geblieben. Wie Vorstandsmitglied Jürgen Strohmaier in seiner Begrüßung feststellte, hat der Verein, der seit 2004 in der Volksbank ein gern gesehener Gast ist, eine treue und immer noch wachsende Anhängerschaft gewonnen.

Beim Thema „Das Eigene und das Fremde“ denkt man unwillkürlich an eine literarische Auseinandersetzung mit dem derzeit überall präsenten Thema Flüchtlinge und Asylbewerber. Ein Thema, das immer mehr Menschen beschäftigt, beängstigt, verstört. Dennoch sind so viele gekommen, um zu erleben, wie Schreibende sich damit auseinandersetzen.

Von ganz persönlichen Gedanken und Blickwinkeln, von unterschiedlicher Herangehensweise sprach die Vorsitzende Angelika Banzhaf. Ein unterhaltsamer Abend sollte es werden, zugleich berührend und nachdenklich.

Ein geistreiches Feuerwerk entfachte Hajo Fickus aus Wangen mit einer Folge kurzer Texte, die eigenes Erleben bis zurück in die Studentenzeit pointiert zur Sprache brachten. „Misstrauische Sympathie“ bringe er der Stadt Wangen entgegen, die „so etwas wie Heimat“ geworden sei. Eine syrische Flüchtlingsfrau ließ er von der Freiheit singen und untersuchte zuletzt unter dem Titel „Rein in den Mund und raus aus dem Mund“, wie sich Essensgewohnheiten und der Sprachgebrauch wandeln: Was soll man essen und was nicht, was darf man sagen und was nicht? Fickus verstand es dazu, die Texte mit lebendiger Gestik und packender Mimik so in Szene zu setzen, dass die Zuhörer mitten ins Geschehen hineingenommen waren.

Von unmittelbarem Erleben geprägt waren die Texte, eher Skizzen, in denen Lorenz Göser von seinem Leben in der ganz anderen Welt in Afghanistan vor 40 Jahren erzählt. Alles war für ihn und seine Frau anders, selbst ganz normale Spaziergänge, denn damit sei man ungewollt in eine intime Welt eingedrungen. „Wir blieben die Ausländer und wir blieben fasziniert.“ Perspektivenwechsel. Kurz skizzierte Göser Begegnungen mit afghanischen Flüchtlingen in den letzten Wochen und Monaten in Kressbronn. Hinter jedem Text steckt unmittelbare Betroffenheit, alles ist authentisch. Man hält den Atem an und hört zu, um kein Wort zu verpassen.

Die Fremde muss gar nicht weit weg sein

Nach diesen beiden Lesungen war klar, dass die anderen es schwer haben würden – der Auftakt war fulminant. Doch jeder hat seine eigene Art, an das Thema heranzugehen, seine Befindlichkeit einzubringen.

In Hochdeutsch erzählte Ingrid Koch von einer vertauschten Jacke, in der sie sich unbehaglich fühlte. Die Jacke blieb fremd, weckte wehmütige Gedanken an die eigene. Man kann es verstehen. Überraschend war die Pointe am Schluss.

Rolf Maier holte weit aus, nahm die Zuhörer mit dem 15-jährigen David auf die Reise nach Florenz, brachte eine verständnisvolle Frau ins Spiel, die ihm die Augen öffnete für die Anziehungskraft von Michelangelos David. Die Deutsch-Griechin Rea Revekka Poulharidou las aus ihrem Buch „Eléni – Heimat im Herzen“. Sie schilderte den ersten Besuch der in Deutschland aufgewachsenen Eléni bei den griechischen Großeltern. „Du sprichst fremd“, hört sie und steht zwischen den Polen „Ich bin nicht von hier“ und „Du bist hier zu Hause.“ Ein Kulturschock.

Weniger heftig war, was Roswitha Stumpp erzählte, die als junge Frau aus Freudenstadt im Schwarzwald nach Tettnang kam und als „Lutherische“ in der katholischen „kleinen Stadt“ eine für sie völlig andere Welt erlebte. Die Fremde muss nicht weit weg sein und gar nicht so spektakulär. Oft sind es objektiv Kleinigkeiten, die den Betroffenen große Probleme bereiten.

Drei Schüler der Musikwerkstatt setzten mit kurzen Musikstücken am E-Piano die notwendigen Zäsuren. Dass dieser Abend sehr wichtige Anregungen brachte, versteht sich von selbst.

 

Hinweis: Der Artikel ist am 16. Januar 2016 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang erschienen.

Foto zur Meldung: Lesung "Das Eigene und das Fremde" am 14.1.2016
Foto: Machen sich Gedanken über das Eigene und das Fremde (von links): Lorenz Göser, Rea Revekka Poulharidou, Hajo Fickus, Rolf Maier, Roswitha Stumpp und Ingrid Koch. Foto: Helmut Voith

Zu schade für die Schublade

(21.06.2015)

Beim monatlichen Hobbyliteratentreffen „Textabend-Abendtexte“ kommen Werke ans Licht, die zu schade für die Schublade sind

 

Von Helga Müller

 

Tettnang – Das literarische Signatur-Forum „Textabend – Abendtexte“ macht bis September 2015 Sommerpause. Bevor die Gruppe in die Ferien startet, hat sie sich im Juni 2015 im Hotel Bären zum 38. Mal getroffen, um die Zeit (vor)lesend miteinander zu verbringen.

Die Mitautoren lauschten allerlei Gereimtem und Gedichtetem. Heiterere oder nachdenkliche Poesie war ebenso vertreten, wie skurrile Traumbilder, die sich um eine orientalische Schönheit verdichteten. Ein Tagebucheintrag erzählte von einem lauen Frühlingsmorgen im Garten, während andere Geschichten Alltägliches beschrieben. Dabei war der Bahnstreik der letzten Wochen ebenso Thema, wie der Lindauer Lebensmittelladen, in dem rote Tomaten leuchteten oder die neue Bäckerei, in der die Verkäuferin ratlos der Frage nach Knödelbrot gegenüberstand. Ganz Ohr lauschten sie dem jüngsten Teilnehmer der Runde, der sie in eine spannungsgeladene Jugendgeschichte hineinzog, die in einem südamerikanischen Gefängnis angesiedelt war. Doch dem nicht genug, der vergangene Mittwoch war facettenreich wie selten zuvor und die Teilnehmer waren von der gesungenen und gesprochenen Ballade begeistert, die ihnen die Geschichte der Stadt Wangen näherbrachte. Am Schluss beschäftigte die Teilnehmer die Episode einer Beobachtung, in der junge Mädchen einen Einsamen aus seiner Lethargie lösten und dafür die spendierten Süßigkeiten annahmen. Nach Tagen schritt ein Mann ein, unterband die Ausnutzung, – doch nun starrte der Alte weiter ins Leere, ohne von dem sinnlosen Schauen ins Leben zurückgeholt zu werden. „Dürfen wir uns immer einmischen?“, so die Frage des Erzählers.

 

Mit den monatlichen Textabenden hat die literarische Vereinigung Signatur eine Plattform geschaffen, die die Teilnehmer antreiben soll, nicht nur für die Schublade zu schreiben, sondern für ihr Publikum, das die Texte durchaus hinterfragt, darüber diskutiert, ohne sie jedoch niederschmetternd zu bewerten, umschreibt Moderator Heinz Lieber die Treffen. Lieber lege großen Wert darauf, dass keiner der Schreibenden den Mut verliere. Am Mittwoch richtete er das Wort schmunzelnd an die Vortragenden: „Sie werden es an den Gesichtern der anderen sehen, ob ihr Text überzeugen konnte.“ Lieber ist zudem der Überzeugung, dass eine konstruktive Kritik jeder Schreiber annehmen solle und könne, um seine Schreibweise und seine Texte zu verbessern. „Nicht umsonst kommen viele Stammleser gerne Monat für Monat nach Tettnang“, freut sich der Moderator.

Foto zur Meldung: Zu schade für die Schublade
Foto: Hobbyschriftsteller am 17. Juni 2015 vereint in fröhlicher Runde von links: Bianca Schenk, Helga Müller, Gereon Rixius, Wolfgang Mach, Ottmar Meschenmoser, Heinz Lieber, Diemut Bek, Gundula Steinmann, Theo Thesing, Margrit Wolff, Johannes Kienzler und Di

April-Lesung am 26.4.2015 in Laimnau

(26.04.2015)

April-Ausklang mit Überraschung

 

Drei "Hobbyautoren" von Signatur e.V. und der junge Michael Poschik am Klavier unterhielten im gut besetzten Laimnauer Gasthof Ritter ein gerne schmunzelndes Publikum, dessen häufiger Applaus dann beim alle überraschenden Schlußgedicht schier nicht mehr enden wollte.

 

Moderator Lorenz Göser eröffnete die Leserunde mit einem Frühlingsgedicht von Margrit Wolf und erläuterte anhand ihrer Vita auch ein Anliegen von Signatur, nämlich Texte ans Licht zu bringen. Die Lust am Schreiben grünte bei der "Tettnanger Büroallrounderin" schon in der Schulzeit. Mit der voriges Jahr preisgekrönten Geschichte führte sie ihre Zuhörer an die idyllische Argen: Eine gestresste Naturkosmetikvertreterin, deren altes Elternhaus samt Kindheitserinnerungen soeben dem Abrissbagger zum Opfer gefallen ist, kommt dort mit Hilfe der kindlichen "Grauhaarigen mit dem rosa Fischkescher" allmählich zur Ruhe.

 

Drumrum wechselten sich Axel Rheineck und Roswitha Stumpp mehrfach ab mit Glossen, Geschichten und Gedichten:

 

Der rheingschmeckte Herr "Reimeck", der erst im Ruhestand von Remscheid an den Bodensee gefunden hat, erklärte als Einstand in witzigen Versen sein allmähliches Hineinwachsen ins Schwäbische, dass z.B. Häs nichts mit Hasen und Bühne nichts mit Theater zu tun hat und man sich hierzulande gerne in einen Teppich wickelt. In seinen heiteren Gedichtchen zum jahreszeitbedingten Treiben in der Natur, vom homo sapiens und dem Nilpferd, vom Mistkäfer und der Tausendfüsslerin bis hin zum Sommer mit Stichen und Reisefieber - stets sprühte der Schalk aus den Augen und sprang auf die Gäste über. Geradezu rauschhaft steigerte sich das Frühlingserwachen in einem Stakkato ungebändigter Namen aus Fauna und Flora: ob "Blödelspecht", ob "Schwarzmeermacke", ob "Himmelhecht", ob "Dotterracke" - "man spürt den Frühling allerorten: er hüpft durchs Herz und hüpft in Worten."

 

Als ehemalige Buchhändlerin findet Roswitha Stumpp nun eher in der Landwirtschaft Muße zum Schreiben, zum Verse machen - und verdichten, für Glossen und oftmals tiefgründige Gedanken über scheinbar nichtige Anlässe, wie Achtlosigkeiten von Hundehaltern mit Folgen oder fast willkommene Verhinderungen am fast gewolltem Großzügigsein. Mit Reflexionen über Schuld und Unschuld war gar Pilatus seinen Schatten. Eine längere Ausführung über das Schämen, ob zurecht oder zu unrecht, aus nichtigem ebenso wie aus richtigem Grund, war zwar mitten aus dem Leben gegriffen und ist darin ein wichtiges Thema, aber trotz einer der April-Bühne gemäßen Leichtigkeit naturgemäß eben nicht nur heiter.

 

Gleichwohl aber blieb der sonnige Nachmittag, seinem Motto getreu, ganz "überwiegend heiter". Dafür sorgten zwischendurch immer wieder auch die pfiffigen Klaviereinlagen a la "Over the Rainbow" oder "Maple Leaf Rag" Und dafür sorgte, als überraschende Zugabe, in hohem Maße der auswendige Gedichtvortrag einer hochbetagten Dame aus dem Publikum: Frau Poot-Dorn aus Laimnau rezitierte auf hinreißende Weise und in einem noch urwüchsigen, heimatlichen Schwäbisch, eine Art "Schwäbische Schöpfungsgeschichte", die dem Barockdichter Sebastian Sailer nicht nachstehen mag. Bewegt, mit stürmischem Applaus und Gösers Dankesworten klang ein letzter Aprilsonntag freudig aus: Mal seh'n was der signatur-april 2016 bringen wird.

Foto zur Meldung: April-Lesung am 26.4.2015 in Laimnau
Foto: Fröhliche Gesichter bei der April-April-Lesung in Laimnau (von links) Lorenz Göser, Margit Wolff, Axel Rheineck, Roswitha Stumpp und Michael Poschik

Tettnanger Autorin gewinnt 6. literarischen Förderpreis

(16.10.2014)

Margit Wolff überzeugt Jury und Publikum in der Volksbank

 

Die Tettnanger Autorin Margit Wolff las sich am 16. Oktober 2014 mit einem modernen Märchen auf Platz eins –
und gewann so den mit 500 Euro dotierten 6. Förderpreis des literarischen Vereins Signatur. Sie schaffte
es, die rund 100 Zuhörer auf dem Marktplatz der Volksbank Tettnang mit ihrem Text zu überzeugen.
Der zweite Preis ging an Gila Hayo-Mortensen aus Oy-Mittelberg, der dritte an Osman Temur-Heller aus Lindau.

Aus rund 60 Einsendungen zum Thema „Ins Netz gegangen“ hatte es die Jury nicht leicht, sich für die drei
besten Texte zu entscheiden. „Es war wirklich faszinierend, wie ideenreich das Thema angegangen wurde“,
berichtete Jury-Mitglied Lorenz Göser. Wer gedacht hatte, dass nur Geschichten über das Internet eingesandt
werden würden, wurde getäuscht. „Nur ein Fünftel aller Beiträge hatten Bezug zu Internet & Co“, berichtete
Göser. Nach vielen Stunden des Lesens und des Bewertens nach Stil, Form, Stimmigkeit und Story entschied
sich dann die Jury dann aber relativ schnell für die drei Finalisten, sieben weitere Autoren wurden für ihre
Texte gelobt und bekamen zum Trost ein Weingeschenk.

Am Ende mussten die Zuschauer darüber entscheiden, welcher der drei Finalisten-Texte ihnen am Besten
gefiel. Alle drei Autoren lasen ihre Einsendungen selbst vor. Margit Wolff hatte ein modernes Märchen,
das an der Argenmündung spielt, geschrieben. Gila Hayo-Mortensen präsentierte eine „irritierende, aber
faszinierende Geschichte mit surrealen Bildern“, wie es Jury-Mitglied Sigrid Hülsen-Schubert formulierte.
Osman-Temur-Heller, ein türkischstämmiger Autor, beschäftigte sich in seinem Text mit Flüchtlingen – in
einer „heiteren Bissigkeit und melancholischen Bitterkeit“, erklärte Jury-Mitglied Walter Rech zur Einführung.

Die Vorsitzende des literarischern Vereins Signatur dankte in ihrer Begrüßung vor allem der Volksbank Tettnang,
die nun schon zum sechsten Mal mit 1000 Euro den Förderpreis gesponsert hatte. Auch Bürgermeister
Bruno Walter war zur Lesung gekommen, und dankte dem Verein und der Volksbank, dass sie sich gemeinsam
um das Thema Sprache kümmern. „Sprache ist wichtiger denn je für das menschliche Miteinander“,
mahnte Walter. (Mommsen Kerstin, Südkurier).

Hauptversammlung 2013

(26.02.2013)

Signatur bietet Autoren eine Schreib-Plattform

 

Ingrid Koch wird bei der Hauptversammlung am 20. Februr 2013 wiedergewählt

 

23. Februar 2013 - Tettnang / sz Bei der Hauptversammlung der literarischen Vereinigung Signatur ist Ingrid Koch als stellvertretende Vorsitzende wieder gewählt worden. Angelika Banzhaf, Vorsitzende des Literaturvereins, der sich zum Ziel gesetzt hat, Autoren aus der Region zu fördern, dankte allen Vereinsmitgliedern und dem Vorstand, die im vergangenen Jahr wieder viel getan haben, um unbekannte Texte „ans Licht“ zu bringen.

 

„2012 hatten wir wieder viele schöne Lesungen, die gut besucht waren“, sagte Banzhaf im Rückblick. Besonders dankte sie Heinz Lieber, der nun schon 15 Mal die Reihe „Textabend – Abendtexte“ moderierte, in der Hobby-Autoren die Chance haben, ihre Texte zu präsentieren und mit anderen zu diskutieren. „Das ist wirklich ein schöner Erfolg und die Veranstaltung hat sich etabliert“, resümierte Banzhaf.

 

Besonders erfolgreich war im letzten Jahr auch die Vergabe des literarischen Förderpreises in der Volksbank Tettnang. Rund 70 Autoren aus der Bodenseeregion hatten sich an einem Schreibwettbewerb beteiligt, und unter dem Motto „beflügelt“ Texte und Lyrik eingeschickt. Auch in diesem Jahr will Signatur versuchen, aus den eingesandten Beiträgen ein Buch herauszugeben. Seit 2004 hat Signatur – gemeinsam mit der Volksbank Tettnang – diesen Förderpreis schon fünf Mal ausgeschrieben.

 

1992 wurde der Verein als erster Literaturverein in der Region überhaupt gegründet. Bis heute sind zahlreiche Mitglieder aktiv, um Lesungen, Seminare, Literatur-Workshops oder Schreibwettbewerbe für Autoren aus der Region anzubieten. Der Verein hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, Texte ans Licht zu bringen und weniger bekannten Autoren eine Plattform zu bieten.

 

Auf der Tagesordnung standen neben dem Rückblick auch zahlreiche Wahlen. Sowohl die immer aktive stellvertretende Vorsitzende Ingrid Koch als auch die Kassiererin Anita Wilhelm, Schriftführerin Kerstin Mommsen und die Kassenprüfer Heinz Lieber und Roswitha Stumpp wurden einstimmig wieder gewählt. Kassiererin Anita Wilhelm wurde wie der gesamte Vorstand einstimmig entlastet.

 

Für 2013 plant der Verein wieder zahlreiche Lesungen, als nächste Veranstaltung wird derzeit die schon etablierte Lesung „April! April!“, bei der heitere Texte mit einem Augenzwinkern in der gemütlichen Atmosphäre der Gaststätte Ritter in Laimnau vorgetragen werden, organisiert. Sie soll am Sonntag, 28. April stattfinden.

Buchvorstellung "Im Schatten – Texte treten ans Licht"

(20.10.2011)

Buchvorstellung "Im Schatten – Texte treten ans Licht"

 

Hiermit laden wir Sie und Ihre Freunde vorab zu unserer jüngsten Buchpräsentation ein.

Am Donnerstag, 20. Oktober, präsentieren wir um 19.30 Uhr in der Volksbank Tettnang (Lindauer Straße 6 in Tettnang) unser Buch „Im Schatten –Texte treten ans Licht“. Mit Texten der besten Autoren des 4. Literarischen Förderpreises 2010, ausgeschrieben von Signatur e.V. und der Volksbank Tettnang.

 

Hajo Fickus und Ingrid Koch präsentieren eine Collage aus Texten des Buches. Mit musikalischer Begleitung. Begleitend zur Buchvorstellung wird die Fotoausstellung „Schattenbilder“ präsentiert. Sie kann bis zum 16. November 2011 während der Geschäftszeiten in der Volksbank Tettnang eG besichtigt werden.

Freuen Sie sich mit uns auf einen schönen Abend.

 

Anmeldungen erbeten bis 14. Oktober unter Telefon 07542/989 – 500 (Volksbank Tettnang)


Mit literarischen Grüßen
Angelika Banzhaf
Signatur e.V.

Foto zur Meldung: Buchvorstellung "Im Schatten – Texte treten ans Licht"
Foto: Buchvorstellung "Im Schatten – Texte treten ans Licht"

Besichtigung des Druckhaus Ulm-Oberschaben (DUO) in Weingarten

(05.06.2011)

Liebe Mitglieder und Freunde von Signatur,
Herr Teschner wird am 6. Mai um 17.30 Uhr mit uns eine (circa zweistündige)


Führung durch das Druckhaus Ulm-Oberschaben (DUO) in Weingarten

machen. Hierzu laden wir Sie herzlich ein. Es entscheidet die Reihenfolge der Anmeldung. Anmeldeschluss ist der 20. April.

 

Es erwartet Sie:
Wir sehen den Vordruck von „Zeit und Welt“.  (Der Andruck der Schwäbischen Zeitung erfolgt erst um 22.30 Uhr). Die Produktion von „Zeit und Welt“ ist jedoch dieselbe wie bei einer „normalen“ Zeitung. Weiterhin werden wir einen eingeschränkten Versand besichtigen können.

 

Ich darf Ihnen jedoch versichern, dass diese Führung überaus interessant sein wird, da wir einen sehr kompetenten Führer haben. Herr Teschner beantwortet an diesem Abend zusätzlich  Ihre weiteren Fragen, da er sich – auch im Hinblick auf die Produktion eines Buches (in digitaler oder Offset-Form) – sehr gut auskennt.

 

(Ihre Fragen benötige ich mit der Anmeldung!) Herr Teschner veröffentlichte bereits ein eigenes Buch: Das Buch hat den Titel "Druck- und Medientechnik: Informationen gestalten, produzieren, verarbeiten" und ist im Christiani Verlag Konstanz erschienen.

 

Interessantes über das DUO:
Das Druckhaus Ulm-Oberschwaben, mit dem Firmenkürzel DUO, wurde 1992 von den Verlagen Schwäbische Zeitung in Leutkirch und Südwestpresse in Ulm gegründet. Beide Verlagshäuser sind mit je 50 Prozent an der Gesellschaft beteiligt.

 

Die Schwäbische Zeitung wird in den beiden hochmodernen Druckzentren des Druckhauses Ulm-Oberschwaben in Ulm und Weingarten im Offset-Verfahren gedruckt. 40 riesige Papier-Rollen werden pro Tag bedruckt - das entspricht einer 800 Kilometer langen Papierbahn, die so viel wiegt wie zwölf ausgewachsene Elefanten - rund 50 Tonnen.

 

In Weingarten stehen drei High-Tech-Rotationsdruckmaschinen, die etwa 18 Meter hoch, zusammen 57 Meter lang und 630 Tonnen schwer sind. Beim modernen, qualitativ hervorragenden Offset-Druckverfahren werden gerade einmal zwei Gramm Farbe pro Zeitung verbraucht.

 

(Druckhaus Ulm-Oberschwaben GmbH, Herknerstr. 15, 88250 Weingarten)

Signatur e.V.-Jury-Mitglied Hajo Fiskus gewinnt Schreibwettbewerb des Kulturforums Isny

(19.04.2011)

„Annahme verweigert“, aber nicht die der Preise


NEUTRAUCHBURG / sz 75 Einsendungen von Erwachsenen und drei von Schülern sind anlässlich des diesjährigen Schreibwettbewerbs beim Arbeitskreis Literatur des Kulturforums Isny eingegangen. Die sechsköpfige Jury hat das literarische Material gesichtet und die bestplatzierten Autoren am Sonntag während des Literatur-Frühschoppens im Berggasthof Haldenhof zum Abschluss der Isnyer Literaturtage vorgestellt. Alle Lesungen der vergangenen zehn Tage seien sehr gut besucht gewesen, blickte Kulturforumsleiterin Annette Sturm in ihrer Begrüßung zurück.

 

Und auch am Sonntag konnte sich der Frühschoppen über einen wahren Besucheransturm freuen. Walter Braun von der Kreissparkasse Ravensburg, die die Literaturtage unterstützt, hob den kulturellen Tiefgang dieser Veranstaltungsreihe hervor. „Annahme verweigert“ lautete das Thema, welches die Preisträger auf sarkastisch-bissige und gesellschaftskritische, auf erzählerische, humorvolle und nachdenklich machende, lyrische und wortverdreherisch raffinierte Weise angegangen sind.

 

Stefanie Kemper im Wechsel mit Herbert Pfeiffer moderierte den Vormittag mit Angaben zu den Autoren und ihren Werken.

 

Nachdenklich stimmte die Kurzgeschichte „Aussicht in Weiß“ von Dr. Helmuth Scheel aus Wangen. Er eröffnete als Drittplatzierter den Reigen der Gewinner mit einem leisen poetischen Text über die Begegnung mit der dementen Mutter. „Du bist mir ein Rätsel“, entgegnet sie dem Sohn, schaut aus dem Fenster und verweigert so die Annahme seiner Hilfe.

 

Von den 17 eingesandten Gedichten erklärte die Jury „Bär fängt Forellen“ von Dieter Mross aus Bad Grönenbach zum Besten. „Wäre es möglich, dass ich gar nichts sage?“, reagierte Pfeiffer spontan auf die Eindringlichkeit dieser Zeilen. Gerichtet an den Vater und dessen Pranken, die alles konnten, nur nicht den Sohn ein einziges Mal umarmen. Und der „Platz Eins-Text“?

 

Der kommt von Hajo Fickus, der, so Kemper, schon oft den Isnyer Schreibwettbewerb gewonnen habe. „Stimmt gar nicht, nur einmal!“, konterte dieser sofort und legte los – lautstark in ungebrochenem Redeschwall mit „Die Annahme“ als rasend schnelle Parodie auf einen Beamten, der sein Gegenüber nicht zu Wort kommen lässt. Furios, wie er dieses wortgewaltige Gewitter auf „Ich will, darf, muss annehmen, also nein, nehmen Sie doch mal Vernunft an“ über das Publikum ergoss. Annahme total verweigert, aber nicht den ersten Preis. Den nahm Fickus dankend entgegen.

 

(Schwäbische Zeitung online 19.04.2011)

Lesung "April, April" im Gasthof Ritter in Laimnau

(10.04.2011)

Laimnau (sz) – Die fröhliche „April April“-Lesung von Jürgen Weing, Hajo Fickus und Roland Hainmüller am 10. April im „Ritter“ in Laimnau hat an den Tag gebracht, was der Frühlingsmonat verspricht: Ein Feuerwerk sprießender, kreativ-explodierender Schaffens- und Poetenkunst. Bereits zum fünften Mal hat „Signatur“ zu dieser Lesung eingeladen.


Die drei Autoren hätten nicht unterschiedlicher auftreten, sie hätten dem Publikum ihre Werke nicht ungewöhnlicher präsentieren können. Jürgen Weing aus Dentenweiler spielte bewusst mit der Sprache, führte gewollt Brüche mit herkömmlicher Grammatik und Wortsilben herbei, lockte das Publikum aus der Reserve und setzte neue Wort-Beziehungen her.

 

Seine Dichtkunst wurde zur Kunst des Be-Dichtens von Personen, Situationen, Experimentellem. Gewollt aneinander reibende und keck miteinander kommunizierende Klangepisoden mit und durch die Tuba (Musiklehrer und Komponist Bernhard Klein) luden das begeisterte Publikum zum interaktiv Agierenden ein.


Bühnenreif war der Auftritt von Hajo Fickus (Wangen). Der Schauspieler, Lehrer, Regisseur sowie Gründer des Theaters Kiesel setzte seine Texte in Szene, so wie man es von ihm gewohnt ist und wie es beim Dialog „Der hilfreiche Dichter“ zum Ausdruck kam. Mit der Zunge schnalzend simuliert Fickus Wasser-Tropfen, die sich immer schneller von der Decke ergießen. Sein flehender Ruf: „So dichte doch Dichter, das Wasser steht mir bis zum Hals. Dichte, Dichter!“ überraschte mit der, für Fickus typischen, Pointe.

 

Auch bei „Die „Baumbesetzung“ fabulierte der Wangener neckisch-unterhaltsam. Der mit diversen Preisen ausgezeichnete Autor versteht es, aus Poesie und Lyrik ein Wortspiel, Spiel der Worte, Spiel der Sätze, der Rhythmik zu schaffen. Seine Texte, Dialoge, Reime sind sensibel, faszinierend-fesselnd und Gebilde eines Kunst-Wort-Werkers. Sie beinhalten Episoden, groteske Storys und Skurriles.


Seine Bekenntnis zur schwäbischen Sprache, zur Mundart, zum schwäbisch-unkonventionellen, jedoch handwerklich perfekten, Liedgut, ist eine der Stärken von Roland Hainmüller. „Der Brochenzeller, auch als Glossenschreiber der Schwäbischen Zeitung bekannt, schreibt seit den 90er Jahren immer wieder ernsthaftere Gedichte, wobei durchaus auch Heiteres herauskommt, “ freute sich Moderator Lorenz Göser. Mit „Barbara, Barbara“, ein Hit auf schwäbisch, brachte er am Sonntagnachmittag dem Publikum eine offenherzig, reale Alltäglichkeit so liebenswert nahe, dass man immer wieder schmunzeln musste.

 

Sein Blick für die Feinheiten und „Normalitäten“, einer zwischenmenschlichen Beziehung, welche dann eben doch keine Normalitäten sein können, zeigen, welche Fülle der Spezies Mensch auch poetisch zu bieten hat.

 

Diese Fülle kann sich jedoch nur in Liedern und Texten ergießen, wenn man diese Feinheiten zu entdecken weiß, so wie Roland Hainmüller dies versteht.


Zwei Stunden unterhielten die Autoren sehr abwechslungsreich ihr Publikum. „Gerne hätte ich noch eine weiter Stunde zugehört“, bekundete ein Gast aus Tettnang, „so kurzweilig war der Nachmittag“. Da die Lesung so positiv ankam, will die Literarische Vereinigung die Veranstaltung wiederholen.

 

Mehr Bilder unserer Veranstaltungen finden sie >> hier

Foto zur Meldung: Lesung "April, April" im Gasthof Ritter in Laimnau
Foto: Lesung "April, April" im Gasthof Ritter in Laimnau

Einladung zur Lesung "April, April" im Gasthof Ritter in Laimnau

(10.04.2011)

Einladung zur Lesung "April, April"

 

am 10. April um 15 Uhr

im Landgasthof „Zum Ritter“ in Laimnau

 

Signatur feiert fröhlich den April

„April, April!“ Unter diesem Motto findet nach den großen Erfolgen der Vorjahre am Sonntag, 10. April um 15 Uhr in Landgasthof „Zum Ritter“ in Laimnau wieder eine humorige Lesung statt.

Veranstalter ist der Verein „Signatur“, der sich der Förderung von schriftstellerischen Talenten annimmt und neben Workshops und Schreibwettbewerben auch Lesungen anbietet, bei denen Mitglieder und Nichtmitglieder ihr Können unter Beweis stellen.


In diesem Jahr werden drei Autoren versuchen, das Zwerchfell der Zuhörer in Schwingung zu versetzen.

 

Hajo Fickus aus Wangen ist Lehrer an einem Berufskolleg und ist seit 30 Jahren nebenberuflich als Rezitator, Schauspieler und Regisseur tätig. Seit 2002 tritt er auch mit eigenen Texten an die Öffentlichkeit, für die er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde.


Jürgen Weing kommt aus der näheren Umgebung Tettnangs und ist bekannt für seine Strichzeichnungen, aber auch für seine skurrilen Gedichte. Er wird zusammen mit Bernhard Thomas Klein an der Tuba auftreten, und beide werden zeigen, was man mit musikalischer Improvisation und Sprache abseits festgelegter Normen alles anfangen kann.


Roland Hainmüller ist Lehrer an der Werkrealschule Meckenbeuren. Ihm hat es die schwäbische Mundart angetan, die er sowohl musikalisch in Liedform als auch in Prosa in Form von Glossen, die auch regelmäßig in der Schwäbischen Zeitung Tettnang erscheinen, verwendet. Er hat zwei CDs mit schwäbischen Liedern produziert und auch einen Gedichtband mit hochdeutscher Lyrik zusammengestellt. Es empfiehlt sich rechtzeitig zu reservieren, da die Anzahl der Plätze begrenzt ist.

 

Eintritt: 4 Euro. Anmeldung ab sofort bei: Landgasthof "Zum Ritter", Ritterstr. 5 , 88069 Tettnang – Laimnau, Tel. 07543-9398100

Schreibende Maler / Malende Schreiber" für attraktive Ausstellung gesucht

(13.03.2011)

Liebes Mitglieder von Signatur,


wir suchen Autoren und Autorinnen mit Doppelbegabung!
Sind Sie ein „schreibender Maler“ oder „malender Schreiber“?

 

Wenn ja, haben wir für Sie eventuell eine attraktive Ausstellung, gemeinsam mit anderen „malenden Autoren“. Signatur darf unter Umständen im Jahr 2012 mit dem Thema „Malende Autoren“ in der Städtischen Galerie Tettnang (4 Räume plus Foyer) ausstellen. Für diese  Ausstellung müssen wir uns von Signatur bewerben und ein Konzept vorlegen.  Erst dann entscheidet das Kuratorium, ob wir ausstellen dürfen.

 

Für dieses Konzept benötigen wir folgende Daten der interessierten Signatur-Maler/Autoren:

 

Jeder Autor/Maler muss eine Liste seiner Publikationen und ggf. Kunstausstellungen (also eine Vita) einreichen.
Drei Bildbeispiele sollen  mindestens dabei sein, etwa Digitalprints in A4.


Zudem müssen die Aussteller Mitglieder von Signatur sein.
Selbstverständlich behält sich das Gremium eine Auswahl der eingereichten Werke vor.  

Haben Sie Lust mitzumachen? Dann senden Sie mir bis spätestens 18. März 2011 oben genannte Daten zu.

 

Wir von Signatur freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Hauptversammlung 2011 – Einladung und Tagesordnung

(20.01.2011)

Einladung zur Mitgliederversammlung


Donnerstag, 20. Januar 2011, 19.30 Uhr
im Hotel „Bären“ in Tettnang, Bärenplatz 1, Tel. 07542/6945

 

Tagesordnung:
1. Rückblick durch die Vorsitzende Angelika Banzhaf
2. Berichte der Kassierin und der Kassenprüfer
3. Bericht des Beirats
4. Bericht der Jury
5. Entlastung des Vorstands
6. Ergänzungswahl Beirat
7. Ehrungen
8. Verschiedenes/Anträge
9. Mitglieder lesen ihre Texte


Anmeldungen für die Lesung (3 Autoren maximal je 8 Minuten) nimmt bis 10. Januar 2011 Angelika Banzhaf entgegen. Es entscheidet die Reihenfolge der Anmeldungen.


Anträge bitte bis Donnerstag, 13.1.2011, einreichen unter: Tel. 07542/ 95 33 00 oder E-Mail Angelika.banzhaf@t-online.de


gezeichnet:

 

Angelika Banzhaf
Vorsitzende


Fotoalben