Autorenlesung mit Rita Schade, Martin Brenner-Burkhard und Lorenz Göser
Präsentation von Texten im Rahmen der Kunstausstellung „worTTkunst“
Lesung im Kavaliersgebäude in Tettnang
Am vergangenen Sonntag, 13.9., fand im Rahmen der aktuellen Tettnanger Kunstausstellung von Silke Sautter-Walker die erste Lesung von Autorinnen und Autoren der Literaturvereinigung Signatur e.V. statt. Um diesen lebendigen Dialog zwischen Wort und Bild noch intensiver zum Ausdruck zu bringen, finden jeden Sonntag bis zum 11.Oktober im Kavaliersgebäude jeweils um 15.30 Uhr Lesungen statt.
Die erste Sonntagsrunde startete mit Lorenz L. Göser. Zu dem Bild „Venedig“ beschrieb der Kressbronner Autor den Prozess der Entstehung von Reiseliteratur, wie Erlebtes zu Erfahrungen und Erinnerungen werden kann, um überhaupt Schönes zu erkennen. Ergänzt wurde diese Wahrnehmung mit einem zweiten Teil, der sich sehr dezidiert mit der Komposition auseinandersetzt. Insgesamt wird das Bild bewusst im Kontrast zur heutigen digitalen Bilderflut betrachtet und mit dem Erlebnis eines Happenings und mit poetischen Wortbildern einer Reise erweitert.
Dasselbe Gemälde wurde von Martin Brenner-Burkhard aus Friedrichshafen in ein ganz anderes lyrisches Bild eingefangen, das die Farben und das Schwankende einer venezianischen Sommerliebe aufnimmt. Als Kontrast las er dann vor den Bildern „Kristallnacht“ und „Chile 1913“ Gedichte, die den aktuellen politischen Gehalt dieser Bilder reflektierte, und im Anschluss noch weitere ergänzende Gedichte zu den angesprochenen Themen von Liebe, Politik und Ignoranz.
Rita Schade aus Tettnang ließ sich von zwei weiteren Gemälden zu den Kurzgeschichten „Träume“ und „Offen für Alles“ inspirieren. Mit den Texten „Überblick“ und „Grenzen“ standen dann im Zentrum die Wendepunkte des Lebens, Ereignisse, Begegnungen und Entscheidungen, die einen Menschen prägen und seinen weiteren Lebensweg nachhaltig verändern können. Zum Abschluss las sie noch die kurze Erzählung „Vergnügen“, um die Zuhörer in die entsprechend frohgemute Stimmung des „Tettnanger Bähnlesfestes“ zu entlassen.
Die drei unterschiedlichen literarischen Zugänge vermittelten einen abwechslungsreichen Nachmittag, an dem Kunst zum Ausgangspunkt für Geschichten, Gedichte, persönliche Betrachtungen und gesellschaftliche Fragen wurde. Es bleibt zu hoffen, dass das Kavaliersgebäude ein Ort in Tettnang wird, in dem weitere solche Projekte stattfinden können und der für Tettnang und das Umland einen idealen kulturellen Anziehungspunkt bietet.
Bild zur Meldung: von links: Rita Schade aus Tettnang, Martin Brenner-Burkhard aus Friedrichshafen und Lorenz Göser aus Kressbronn. Foto: privat



