„worTTkunst“ verbindet Nachdenkliches mit Heiterem

04.10.2026

Am 9. Oktober 2026 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang (Heimatseite) erschienen. 

 

 

Bianca M. Schenk und Helmut Jäger regen bei Lesung in Tettnang zu unterhaltsamer Diskussion an

 

Tettnang - Die Kunstausstellung „worTTkunst“ mit Werken der Tettnanger Künstlerin Silke Sautter-Walker und Texten von Mitgliedern der Literarischen Vereinigung Signatur geht in die letzte Woche. Wenn Bild und Text sich treffen, entsteht etwas Besonderes. Das erlebten die Besucher, die trotz herrlichen Ausflugswetters am vergangenen Sonntag, 4. Oktober, den Weg ins Kavaliersgebäude am Schloss Tettnang gefunden hatten.

Zur vorletzten und vierten Sonntagslesung stellten sich Bianca M. Schenk aus Wasserburg und Helmut Jäger aus Berg bei Ravensburg vor.

Bianca M. Schenk führte die Zuhörerinnen und Zuhörer zu Silke Sautter-Walkers Gemälde „Aus dem Unterbewussten“ und trug ihr einfühlsames Gedicht „Ich bin“, das sie dazu inspiriert hatte, vor. Zusätzlich las sie weitere Kostproben aus ihrem literarischen Schaffen. Sie reichten von weiteren Gedichten und einer Kurzgeschichte über geplante stille Tage in der Toskana mit jähem Ende bis zu einem heiteren Sprichworte-Raten. Geschickt hatte die Autorin alle uns geläufigen Sprichworte so verfremdet und in den Text „Das Kind“ gepackt, dass es zum Abschluss ihres Vortrags ein kleines Ratepuzzle gab.

Wenn der Krimiautor Helmut Jäger eine Pause von Mordgeschichten braucht, findet er diese unter anderem beim Schreiben von Kurzgeschichten oder eben bei der Einladung von Signatur, in der es darum ging, einen Text zu einem Gemälde von Silke Sautter-Walker zu verfassen. Sofort hätte ihn das Bild „Es war einmal“ in seinen Bann gezogen, gab der Autor den Besuchern preis. Er musste nur auf seine für den Text verfremdete Familiengeschichte zurückgreifen, um den Zuhörern drastisch vor Augen zu führen, dass früher nicht alles besser war.

Eine Feldpostkarte von der Ostfront des Ersten Weltkriegs an seine Großmutter oder das Bücherregal des Großvaters, in dem einst Hitlers „Mein Kampf“ gestanden haben könnte, führten unmittelbar zu einer angeregten Diskussion über die aktuelle Situation, über Kriege und die Gefahren eines fehlgeleiteten Nationalismus.

Eine kurze Episode aus Jägers vor zwei Jahren erschienenem Roman „Schwalbe zieht nach Süden“ rundete den Nachmittag mit Kunst und Literatur ab.

Am Sonntag, 11. Oktober, gibt es um 15.30 Uhr noch einmal Gelegenheit, die Autorin Rita Schade sowie den Autor Hajo Fickus mit ihren Texten dazu zu erleben.

 

Bild zur Meldung: Bianca M. Schenk und Helmut Jäger bei ihrer Lesung im Kavaliersgebäude in Tettnang. Foto: Helga Müller