Kunst mit besonderer Verbindung von Bild und Sprache
Kunst mit besonderer Verbindung von Bild und Sprache
Die Ausstellung „WorTTkunst“ verbindet Gemälde von Silke Sautter-Walker mit Beiträgen der Literaturvereinigung Signatur und ist noch bis 11. Oktober im Kavaliershaus zu sehen.
Von Olaf E. Jahnke, erschienen am 16.9.2026 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang
Tettnang - Das Kavaliershaus in der Schlossstraße ist am Samstag, 12. September 2026, erneut Schauplatz einer Vernissage geworden. „WorTTkunst“ lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis zum 11. Oktober zu sehen ist. Zu den Gemälden und Collagen der Tettnanger Künstlerin Silke Sautter-Walker haben Autoren der Literaturvereinigung Signatur literarische Beiträge hinzugefügt. Bei der Eröffnung mit mehr als 50 Besuchern, musikalisch begleitet von Gregor Panasiuk, kamen verschiedene Aspekte zur Sprache.
Bei der Einführung machte die Ravensburgerin Karin Nowak deutlich, dass Sautter-Walker über vielfältige akademische und praktische Erfahrung im Kunstgenre verfügt, an zahlreiche Ausstellungen teilgenommen hat und immer wieder mit Materialien und Zusammenhängen besondere Kunstwerke schafft.
Dabei hob Nowak auch die Besonderheiten der Künstlerin, Jahrgang 1955, hervor, insbesondere bei ihrem Weg zwischen Schrift und Textfragmenten in geschriebener oder gedruckter Form. Sie würdigte ebenso ihre Malerei und Farbgestaltung.
Wie an Sautter-Walkers Werken ersichtlich werde, schöpfe sie aus Erinnerungen und der „Poesie des künstlerischen Schaffens“. Ebenso lasse sie sich auch von den literarischen, grafischen und zeitlosen Kommunikationsprozessen inspirieren.
Wer die Ausstellung auf zwei Etagen betrachtet, erkennt rasch die angedeuteten Bezüge. Signatur-Vereinsvorsitzende Angelika Banzhaf wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass hier Bildkunst mit Prosa und Poesie eine besondere Verbindung eingehe. Sie dankte der Künstlerin für die Idee, „Bekanntes aus einer anderen Perspektive zu betrachten und kreativ umzusetzen, das passt mit ‚worTTkunst‛ genau zu uns“, sagte Angelika Banzhaf.
Sie freute sich über Wortspiele, Geschichten oder Texte teils mit persönlicher Verbindung zwischen Bild und Text. Einen Förderpreis für Literatur vergibt die Vereinigung Signatur auch in diesem Jahr wieder, die Preisverleihung findet am 6. Oktober um 19 Uhr in der Volksbank in der Lindauer Straße statt.
Silke Sautter-Walker bedankte sich für das Interesse und erklärte die Hintergründe zu ihren neuesten Werken, die haptisch verschiedene Elemente mit Malerei und Collagen verbinden. Bemerkenswert ist hier die Idee, auch mesopotamische Keilschriftelemente mit Gedrucktem als Gestaltungselement einzubringen.
Ebenso ästhetisch und inhaltlich besonders ist die Verarbeitung der Bildmalkunst und Aussagekraft australischer Ureinwohner mit deren gemalter Sprache. „Hier haben Reisen bei mir durchaus auch einen künstlerischen Aspekt“, erläuterte die Künstlerin. Eine Verbindung von Literatur und Kunst zeigt sich auch an Sautter-Walkers Gemäldethemen, etwa bei der „Möwe Jonathan“ oder anderen Bildtiteln.
Zu erleben ist die Ausstellung von Silke Sautter-Walker und Signatur im Kavaliersgebäude in der Tettnanger Schlossstraße 2 noch bis zum 11. Oktober. Öffnungszeiten sind dienstags von 10 bis 14 Uhr, samstags von 10 bis 16 und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Einen Besuch wert sind auch die Lesungen des Begleitprogramms. Hier haben Martin Brenner-Burkhard, Lorenz Göser und Rita Schade am Bähnlesfestsonntag den Anfang gemacht.
Weiter geht es am 20. September mit Hajo Fickus und Dorothea Neukirchen, am 27. September lesen Helmut Jäger und Dorothea Neukirchen, am 4. Oktober tragen Bianca Schenk und Helmut Jäger aus ihren Werken vor. Den Ausstellungs- und Lesungsabschluss bilden mit Prosa und Lyrik Rita Schade und Hajo Fickus. Die Lesungen finden sonntags um 15.30 Uhr statt.
Bild zur Meldung: Silke Sautter-Walker vor ihren neuesten Kunstwerken mit Bildsprache der australischen Ureinwohner, die Bilder heißen „Lizard“ und „Wasserstelle“. Foto: Olaf Jahnke