Drei HerbstLeser überzeugen mit literarischer Vielfalt
Erschienen am 29.11.25 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang und Ravensburg (Heimatseite).
Signaturautoren lesen in der Bücherei Meckenbeuren
Meckenbeuren – Bereits zum vierten Mal lud die literarische Vereinigung Signatur im Rahmen der Lesereihe HerbstLeser am 10. November 2025 zu einem Abend in die Bücherei Meckenbeuren ein. Die Autoren Karin Gampp (Weingarten), Helmut Jäger (Ravensburg/Berg) und Ruth Vogelsang (Tettnang) präsentierten ein breites Spektrum ihres literarischen Wirkens – von Lyrik bis Prosa.
Den Auftakt bildeten die feinsinnigen Gedichte von Karin Gampp, die durch ihre präzisen Bilder eine ruhige, fast meditative Atmosphäre erzeugten. Ihr Werk „Betrachtung“ beeindruckte in besonderem Maße: Ein Moment im Wald, in dem Stille und Lebendigkeit ineinanderfließen, wird zum Symbol für Lebenskraft und Zeitlosigkeit. Gampps Sprache und Ausdrucksform eröffnete dem Publikum Raum zum Nachspüren und lud ein in eine Welt stiller Wahrnehmung.
Helmut Jäger las unter anderem aus seinem – mit lebendiger Sprache verfassten – Roman „Schwalbe zieht nach Süden – Ein ganzes Leben in 30 Stunden“. Überaus kurzweilig erzählte er die Lebensgeschichte von Giovanni Battista Schwalbe, dessen Vater – ein italienischer Gastarbeiter der ersten Generation – nach einem Heimaturlaub nicht mehr nach Deutschland zurückkehrte. Jahre später wird ein unerwarteter Brief eines italienischen Cousins zum Auslöser einer Zugreise nach Bologna, die Giovanni Battista Schwalbe zu seinen familiären Wurzeln führen soll. Einschneidende Begebenheiten, auch während der Zugfahrt, prägen das Leben der Hauptfigur.
Ruth Vogelsang stellte ihren Roman „Jeanne, Elèn & Paul“ vor – ein feinfühliger, oftmals sinnlicher Text über Liebe, Freundschaft und die brüchigen Linien der Selbstfindung. Im Zentrum des Werks steht die erneute Begegnung dreier Menschen, die sich vor Jahrzehnten trafen, ohne dies damals bewusst wahrgenommen zu haben. Bildreich beschrieb sie die Lebenswege der Protagonisten – etwa, wenn Elèn reflektiert: „Sie wollte sich nicht mehr zurechtfinden mit den Ansprüchen, die man an sie hatte, den Verpflichtungen, die sie sich selbst auferlegte. Alles erschien ihr sinnlos, nachdem sie der Magie der Erotik und des Sich-Erkennens erlegen war und keine Hoffnung mehr bestand, dass das, was sie nun bestimmte, sich mit ihrem Leben vereinbaren ließ.“
Vorsitzende Angelika Banzhaf dankte den Autoren für ihre literarische Vielfalt, ebenso wie Büchereileiterin Nina Weber: „Es war eine Bereicherung, dass wir bei Ihnen zu Gast sein durften.“
Bild zur Meldung: Freuen sich über die gute Lesung: V. li.: Vorsitzende Angelika Banzhaf, Karin Gampp, Helmut Jäger, Ruth Vogelsang und Büchereileiterin Nina Weber. Foto: Helga Müller