„Texte am Abend“ präsentierte: April, April 2025
Getextetes gereimt, geschüttelt und gerührt
(Erschienen am 9. April 2025 in der Schwäbischen Zeitung Tettnang)
Tettnang - Acht Autoren luden am Sonntag, 30. März 2025, ins Hotel Bären ein. Musikalisch begleitet wurden sie von Anna und Heike Weiß an Querflöte und Klarinette.
Die Lesung begann mit einem „Aprilscherz“: Eine Autorin stolperte über die Zeitumstellung und kam zu spät.
Rita Schade (TT) erzählte dialektgefärbt vom Besuch in der fränkischen Heimat. Der Wursteinkauf in einer Metzgerei und das Frage-Antwort-Spiel vorwitziger Mitmenschen lösten beim Wort „geschieden“ spitze Bemerkungen aus
Lore Kipphan erfreute mit schwäbischen Gedichten. Sie reimte über den „Friehlingsbutz“ und die „Schneckaplog“ im Wangener Dialekt.
Karin Gampp (Weingarten) las nachdenkliche Gedichte: Darunter waren „Sandworte“, die auf den Wind warten, um davongetragen zu werden, „Wortfetzen“ und „ein Tag im Café“.
Bianca Schenk (Lindau) erzählte eine skurrile Geschichte: Weil sie ihren Friseurtermin nur mit der „Sonderfahrt“ im Polizeiauto einhalten konnte, beobachtete ihr Friseur sie genau. In ihrem Gedicht wurden Wünsche durchs Nadelöhr gefädelt – für eine Tüte Glück.
Schauspielerin Dorothea Neukirchen (FN) kam „Mit einem Fuß im Knast“ um die Ecke. „Luise“ erzählte, was in Deutschland passiert, wenn ein Tablettengeschenk aus England in die EU geliefert wird - Aktenzeichen 607.269554.1. Vorsicht, Tatbestand!
Maria Heyer (Schlier) schnabulierte in Mundart: „I bin a Weib mit viel Panade“. Ihr Auftritt endete mit „April, April!“. Beim Einkauf im Dorflädele sorgte der Unterschied von Hefe und „a Heff halt“ für Verwirrung.
Martin Brunner-Burkhardt, ehemals Lehrer und aus FN, begann mit „Unkenrufen“. „Du aber lass das Unken sein, das hindert nur am Glücklichsein.“ Die Abdrücke seiner Kinderfüße ohne Mittelsteg erwiesen sich als fatal. Mit „April, April!“ kehrte er zum Ausgangsthema zurück.
Helga R. Müller (TT) nahm schadenfroh die Bürgermeisterwahl 2023 aufs Korn. Senioren schoben die Kandidaten im Rollstuhl durch die marode Montfortstraße. Jubel! Nach drei Runden mit Rollstuhl, Rollator und Stock waren die Kandidaten endgültig „bedient“.
Die Moderatorinnen Rita Schade und Helga Müller verabschiedeten nach zwei Stunden zufriedene Gäste und dankten den Akteuren und dem Hotel Bären.
Der Verein „Signatur“ veranstaltet regional „Texte am Abend“-Lesungen, um Literatur hör- und sichtbar zu machen.
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Bild zur Meldung: Auf dem Bild vereint: Autoren und Autorinnen mit Helferinnen und Musikerinnen. Foto:Roland Weiß