Signatur-Mitglied Axel Rheineck veröffentlicht "Litera-Türchen – Gedichte zum Feierabend": Texte des Autors Drucken E-Mail


Verduftet

In der Luft
liegt noch der Duft
von dir.

Doch die Zeit atmet tief,
wandelt Duft in Mief, -
überall und allhier.

Mit einem Topf
komm ich zu dir und stopf
deinen Duft hinein;

mit verklärtem Sinn
bade ich drin
daheim.


Neues Altes

Ein Neues Jahr
wie es jedes Jahr war.
Konflikte und Not zum verwechseln.
Hie Maden im Speck,
dort Malade im Dreck, -
Regierungen kli, kla, kleckseln.

Es kommt neue Zeit
wie in alter Zeit;
auch die Herrschaft könnte mal wechseln.
Sie könnte mal weg,
sie sollte mal weg,
sie müsste mal weg, weg, wechseln.

Verkannte Zielchen,
bekannte Spielchen ,
und die Mannschaften müssten längst wechseln;
doch die sitzen im Dreck,
und die kleben am Dreck,
und die bleiben am dreck, dreck, drechseln


Teufelskreis

Im Streben, Weisheit zu erlangen,
hat sich der Mensch seit je verfangen;
bei Fortschritt und Bequemlichkeit,
kam er dagegen teuflisch weit:

Da schuften wild für ihn Maschinen,
da lässt er sich lasziv bedienen;
da raubt Erfindung seine Kraft,
die nur besteht, wenn er stramm schafft.

So muss, damit er nicht erliegt
und nicht die Schlaffheit ihn besiegt,
ein Hobby her und soll ihn stählen
und wird ihn vielmal stärker quälen,
als es die Arbeit jemals tat,
die er durch Geist vermieden hat.